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Reinhard Sieder, Andrea Smioski, "Der Kindheit beraubt"

Gewalt in den Erziehungsheimen der Stadt Wien

 

Buch: Der Kindheit beraubt von Reinhard Sieder

ISBN: 978-3-7065-5232-5

Umfang: 580 Seiten 

Erscheinungsjahr: 2012

Sprache: Deutsch

Verlag: StudienVerlag

 

Sachbuch "Der Kindheit beraubt", Inhalt

Die Gewalt in den Kinderheimen der Stadt Wien war kein Unfall, sondern Instrument der „totalen

Erziehung". Entgegen dem offiziellen Zweck der Heimerziehung wurden hier Menschen für ihr ganzes

Leben geschwächt, nicht wenige zerbrochen. Frauen und Männer berichten über ihre Kindheit in

diesen Heimen. Sie erzählen von Einsperrung, Briefzensur, Kontaktsperre, von körperlichen Schmerzen,

von sexueller und sexualisierter Gewalt, von seelischen Verletzungen und Todesängsten, von

unterlassener Förderung der Begabten, vom Zwang zu schwerer körperlicher Arbeit u. a. m. Viele

verloren Selbstwert und Zuversicht; bis heute plagen sie Einsamkeit, Depression, Selbstmordgedanken.

Weil es ihre Eltern nicht konnten oder nicht wollten, sollten professionelle ErzieherInnen ihre Erziehung

übernehmen. Doch jeder zweite Erzieher hatte dazu keinerlei Ausbildung. Und das akademische und

professionelle Personal? Juristen und PsychologInnen des Jugendamtes, Psychiater, Heilpädagogen,

Richter, Heimleiter, Fürsorgerinnen und SozialarbeiterInnen belieferten die Heime mit Kindern, ohne den

Gerüchten über die Gewalt jemals ernsthaft nachzugehen. Mit diesem Bericht ist der Pakt des

Schweigens über die Gewalt endgültig gebrochen. Das Verschwiegene drängt zur Erzählung. Es

anzuhören ist schmerzhaft, und doch führt kein Weg daran vorbei.

 

Autoren-Porträt von MMag Andrea Smioski und Univ.-Prof., Dr. phil. Reinhard

Sieder

Die AutorInnen Andrea Smioski, MMag., ist Soziologin und Kultur- und Sozialanthropologin. Sie studierte

an der Universität Wien und befasst sich seither vor allem mit den Themen Jugend und Jugendkulturen,

Lebenslauf und Identität. Sie unterrichtet sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden an der Universität

Wien, wo sie Studierende bei qualitativen Interviewprojekten betreut. Außerdem leitet sie das qualitative

Datenarchiv WISDOM, wo sie sozialwissenschaftliche Forschungsdaten dokumentiert und archiviert. In

ihrem letzten Forschungsprojekt, zusammen mit Reinhard Sieder, hat sie sich mit der Gewalt in

Erziehungsheimen der Stadt Wien beschäftigt und die Interviews mit den betroffenen Frauen und

Männern geführt. Reinhard Sieder, Univ.-Prof., Dr. phil., ist Sozialhistoriker, Kulturwissenschaftler und

Familiensoziologe an der Universität Wien. Er ist auch in der Ausbildung von Paar- und

FamilientherapeutInnen tätig. Er verfasste Bücher zur Geschichte der Familie in Europa und im globalen

Vergleich, zur Trennung und Scheidung von Eltern und zu den Schwierigkeiten und Chancen von

Patchworkfamilien, zu Biographien in gesellschaftlichen Krisen, zur Geschichte der Liebe sowie zu

Theorien der Historischen Kulturwissenschaft. Zuletzt leitete er im Auftrag der Stadt Wien die Forschung

über die Gewalt in den städtischen Erziehungsheimen („Historikerkommission"). Die Bücher des Autors

sind u. a. bei C. H. Beck, Suhrkamp, Turia+Kant und Klett-Cotta erschienen und in mehrere Sprachen

übersetzt.

 

Diskussionen zum Thema in unserem Forum:

pfeil Reinhard Sieder, Andrea Smioski "Der Kindheit beraubt"

 

 

 

 

 

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