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Michelin

Anfänger

  • »Michelin« ist der Autor dieses Themas

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Montag, 25. September 2017, 17:28

Meine Heimkarriere von ZKH Bastiengasse bis Gesellenheim Zohmanngasse

Lebe ehemalige Heimkinder!
Ich möchte mich euch vorstellen.
Ich bin am 28. März 1961 geboren und kann mich seit ich Erinnerung habe war nur an das Zentralkinderheim in der Bastiengasse in Wien 18 erinnern. Dort war ich in der Entchen-Gruppe bei einer Betreuerin namens Fr. Wolf. Mit Schuleintritt 1967 wurde ich nach Stiefern/Kamp transferiert, wo ich dort bereits die ersten Schreckenserlebnisse durch das Heimleiterehepaar hatte und ich wurde nach ca. ½ Jahr in die Küst gebracht wo ich bis zum Ende meines ersten Schuljahr blieb. Dann kam ich nach Hütteldorf, wo ich vier Jahre blieb und dann im Alter von 12 Jahren von meiner Mutter nach Hause geholt wurde. Ich verblieb 4 Jahre bei meiner Familie (Mutter und 6 Kinder 5 Buben + 1 Mädchen- ich war das vierte Kind) und erlebte in der Zeit eine viel grausamere Zeit mit Schlägen, Strafen, Zwangsarbeit, sodass ich mit 16 von selbst zur Fürsorge ging und in ein Lehrlingsheim wollte. Von meiner Lehrlingsentschädigung bekam ich keinen Schilling, außer die Wochenkarte und das Geld für die Betriebskantinen-Essensmarken. Meine Mutter meinte das Geld ist für meinen Unterhalt (Kostgeld S 1000.-) und der Rest wird gespart. Als ich freiwillig ins LH Leopoldstadt ging war von einem Sparbuch keine Rede mehr. Ich hätte alles selber verbraucht. Ich hatte große Schwierigkeiten im LH mit dem Leben dort, da ich endlich frei fortgehen durfte und das auch weidlich ausnutzte und oft nach der Rückkehrzeit erst wieder ins Heim kam. Nach ungefähr einem Jahr wollte man mich nach Eggenburg schicken, aber ich weigerte mich als mich zwei Erzieher Niederrangen und mich in HANDSCHELLEN nach Eggenburg brachten. Dort blieb ich ca. 3 Wochen, denn als ich meinen ersten Wochenendausgang bekam um mich mit meiner Mutter zu versöhnen, ging ich sozusagen stiften und übernachtete bei meinen ehemaligen Zimmerkollegen, ohne Wissen der Erzieher, in ihrem Zimmer du versteckte mich unter dem Stockbett, als alle weg waren und auch die Erzieher gingen schlich ich mich aus dem Heim und fuhr zu meiner Fürsorgerin in Wien 21. Somit transferierte man mich in das Gesellenheim in die Zohmanngasse. Wo ich ebenfalls nur 1 Jahr blieb und dann über einen SPÖ-Funktionär (Gemeinderat) eine kleine Zimmer-Küche Wohnung mit Wasser & Klo am Gang bekam, dabei musste der Mietvertrag wegen der Unmündigkeit (18 ½) von meiner Mutter unterschrieben werden. Ich war weiterhin mit meinen ehemaligen Kollegen vom LH in Kontakt und es begann bereits ein Umbruch in der Heimstruktur. Es wurden bereit versuchsweise Ambulante Gruppen gebildet und ich schloss mich solch einer ambulanten Gruppe um Erzieher Adolf Nemeth an (obwohl ich kein Zögling mehr war und mit wohlwollender Billigung von Dir. Gottfried Pratschke und Heimmutter Martha Kühn). Erzieher Adi Nemeth hatte einen jungen Burschen im Alter von 17 Jahren, der Vollwaise war adoptiert und ihn aufgenommen. Noch heute bin ich mit Seinem Adoptivsohn und ehemaligen LH-Kollegen in Kontakt, sowie der ehem. Heimleiterin des Gesellenheims Ute Bock in Kontakt. Heute bin ich nach einer langen Zeit der Verleugnung meiner Mutter in regelmäßigen Kontakt mit meiner Mutter, nach langen intensiven Gesprächen fanden wir wieder zueinander, sie erzählte mir wie sie mich erlebt hat und ich wie ich sie erlebt habe. Ich habe ihr vergeben und sie mir und jetzt kann ich sie wirklich als meine Mutter ansehen und ich kann auch jetzt ihre schwere Situation verstehen in der sie sich damals befand und aus der sie keinen Ausweg fand als einen Sündenbock zu finden und das war halt ich der erst mit 12 Jahre nach Hause kam. Ich habe später in Deutschland auf Pastoralamt studiert, dort eine Kärntnerin (ebenfalls ein schwieriges Heimkind) kennengelernt und in Wien geheiratet und wir haben 3 erwachsene Kinder und 2 süße Enkelinnen.
Das ist nur ein ganz kurzer Abschnitt aus meiner „Heimkarriere“. Ich habe Gutes in Heimen erlebt und ich habe schreckliches dort erlebt. Sogar eine Körperverletzung mit Todesfolge habe ich in der SES Hackinger Kai 15 erlebt. Da gab es sogar eine Verhandlung im „Einser Landl“, wo die ganze Klasse vor Gericht als Zeugen ausgesagt hat. Was dabei herauskam weiß ich leider nicht, aber die Lehrerin habe nicht mehr gesehen.

Euer Michelin

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Boney111

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Montag, 25. September 2017, 23:48

Re: Meine Heimkarriere von ZKH Bastiengasse bis Gesellenheim Zohmanngasse

Hallo Michelin,

ein sehr bewegtes Leben finde ich in deiner Biografie wider.

Hut ab vor dir, du hast es geschafft, dich mit deiner Mutter zu versöhnen, was ich bisher nicht geschafft habe, da sie mich immer noch hasst. Warum auch immer, ich weiß es nicht.

Du hast Hütteldorf angesprochen. Wir haben am 07. Oktober ein Treffen. Näheres gebe ich dir gerne per PN bekannt, falls du Interesse hast, dich mit ehemaligen Heimkindern (auch Hütteldorfer) zu treffen.

LG

Boney111 (Robert) :top

dedy1966

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Dienstag, 26. September 2017, 16:52

Re: Meine Heimkarriere von ZKH Bastiengasse bis Gesellenheim Zohmanngasse

servus michelin!

willkommen hier bei uns :s4uspbl20

ja ich war auch in stiefern stationiert, musste 1971 - 1972 dort ausharren.
ja das war ein privates kinderheim, das heimleiterpaar weiß ich nicht mehr so genau, aber deren sohn
das war einer der uns terrorisierte, von früh bis spät hatte er es auf uns abgesehen. ich glaube, der hat
es dann später sogar weiter geführt und somit sein unheil noch lange weiter verbreitet, furchtbar war das.
ich kann mich an eines ganz gut erinnern, nämlich das ich von meinem bett aus die zugbrücke jeden abend sah, oft auch
den zug selber fahren sah über diese brücke.
diese brücke gibt es heute noch, war mit meiner familie mal dort, wohne ja heute nur ca 50km weg von stiefern.
ich kam dann nach biedermanndorf, leider lese ich hier viel vom mädchenheim, ( borromeum ) wir waren ja im schloß
wasenhof unter gebracht, damals war es ja ein reines knabenheim, dürfte sich aber später geändert haben.
war auch dort schon zweimal mit meiner familie. auf das drama dort kann ich mich viel besser erinnern, kaum vorstellbar
was sich da so abgespielt hat, filmreife erlebnisse, könntest aber erst ab 16 freigeben.

meine mutter lebt auch noch, möchte aber nichts von ihrem abschaum geborenen wissen, oder was weiß ich was dieses wesen über mich
denkt, kennt mich ja so gut wie nicht, hat mich das letzte mal mit 4 1/2 jahren gesehen, bin übrigens bj. 1966.

alles liebe und gute für deinen weiteren weg, auch an euch alle lg.
detlef.

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Donnerstag, 28. September 2017, 14:04

Re: Meine Heimkarriere von ZKH Bastiengasse bis Gesellenheim Zohmanngasse

Den Adi Nemeth kenn ich auch vom LH Leopoldstadt, der war in Ordnung.

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Freitag, 24. August 2018, 22:44

Todesfall Hackinger Kai 15

Sogar eine Körperverletzung mit Todesfolge habe ich in der SES Hackinger Kai 15 erlebt. Da gab es sogar eine Verhandlung im „Einser Landl“, wo die ganze Klasse vor Gericht als Zeugen ausgesagt hat. Was dabei herauskam weiß ich leider nicht, aber die Lehrerin habe nicht mehr gesehen.


Ich bin Jahrgang 1960 und habe meine gesamte schulische Laufbahn am Hackinger Kai 15 absolviert. Ein Todesfall ist mir nicht in Erinnerung.
Hast du eventuell noch weitere Informationen darüber: Jahr, Klasse, Namen der Lehrer od des Opfers, Art und Umständer der Körperverletzung mit Todesfolge

Ich habe erst unlängst diese Seite gefunden und mich hier angemeldet. Einige Berichte sind so präzise wie eine Zeitreise anderes scheint mir doch entfallen zu sein.

MfG Rudolf Z.

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Samstag, 25. August 2018, 09:25

Forums-Treff

FREUE MICH SCHON DARAUF. AUCH DER HÜTTELDORFER-RUDOLF IST HERZLICHST WILLKOMMEN.

LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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Sonntag, 26. August 2018, 10:23

Danke für die herzlichen Begrüßungen

Lieber Ernestro

Freu dich mal nicht zu früh. Ich komme nur über das Hintertürchen "zitieren" zum Schreiben und selbst das nicht immer. Ich kann keine Forumsberichte verfassen, noch persönliche Nachrichten senden. Es fehlt an Berechtigung z.B. beim Nachrichten senden oder Foto ansehen oder in vielen anderen Fällen tut sich nur eine nicht beschreibbare leere Seite auf. Aber so wie in meinem Leben finde ich schon einen Weg auch wenn er länger dauert.

Für Johann:

Ich war bei der Hilde. Gelegentlich wurde die Gruppe zur Beaufsichtigung weiter gegeben; meist an den Neuwirth. . Daher kenne ich die beschriebenen "Strafen", welche heute zweifelsfrei als Misshandlungen eingestuft würden, nur zu gut.
Ich war beim Todesfall 1976 schon lange fort, den im Krankenzimmer dürfte ich nicht mitbekommen haben.

Für Ernestro und Andere:

Ich habe den morgigen Begräbnistermin wohl bemerkt und wäre gern gekommen. Leider habe ich aus dem Nachtdienst heraus einen Zahnarzttermin und wenns gut läuft bin ich um 9.30 beim 3. Tor. Ich schätze so lange wird die Zermonie nicht dauern. Vielleicht geht ihr nachher noch ins GH Brigitte dann könnten wir uns persönlich treffen

Für Alle die mir etwas sagen oder mitteilen wollen: rudolf.zeilinger[at]chello.at
(Bitte kein "Wie kannst du nur!" Ich habe kein Problem mit Namen und TelNr)



Sehen wir mal was der Montag so bringt. Rudolf Z.






Editiert: Boney111 Grund: Bitte E-Mail nicht lesbar eingeben und Rufnummern nicht öffentlich posten. Danke Robert

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Boney111« (28. August 2018, 06:05)


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Boney111

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Dienstag, 28. August 2018, 06:11

Re: Meine Heimkarriere von ZKH Bastiengasse bis Gesellenheim Zohmanngasse

Hullo Rudolf

ich sage nicht, wie kannst du nur?

Nein ich bitte dich, E-Mails und Rufnummern nicht öffentlich zu posten, da wir uns von Angriffen nicht erwehren können, wenn die Internetbrüder uns zu scannen beginnen. Also geben wir ihnen keine Chance mit Suchmaschinen E-Mails und Rufnummern ausfindig zu machen. Ich habe daher die Rufnummer entfernt und deine E-Mail mit [...] verfremdet.

LG

Robert (auch aus Hütteldorf)

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