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Ernestro

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601

Freitag, 26. April 2019, 11:16

Rund Ums Kinderheim-Hütteldorf

AUCH ICH DREHE MEINE RUNDEN UM DAS KINDERHEIM. IM JAHR CA. 10x. DENN ICH HATTE POSITIVE UND NEGATIVE ERLEBNISSE GEHABT. ICH WERDE ES WEITERHIN SO MACHEN. DENN ICH HATTE DORT MEINE GANZE KINDHEIT DURCHLEBT. BIS MICH DER LIEBE GOTT HEIM HOLT.
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602

Donnerstag, 2. Mai 2019, 09:45

Die Freizeit

NACH DER SCHULE MACHTEN WIR DIE AUFGABE IM TAGRAUM. DANACH HATTEN WIR CA. 2 STUNDEN FREIZEIT. WENN JEMAND ZU LAUT ODER ZU LUSTIG WAR, WURDE MAN SOFORT BESTRAFT. SOMIT WAR DIE FREIZEIT GESTRICHEN UND MAN MUSSTE DIE RESTLICHE ZEIT STRAFESTEHEN. DIE FREIZEIT WAR FÜR UNS DAS ENZIGE VERGNÜGEN.
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603

Samstag, 11. Mai 2019, 18:19

Gewalt in der HTL

Die Gewaltszenen in der HTL Ottakring hat hohe Wellen geschlagen, überall wir darüber berichtet oder diskutiert. Sogar von der Timeout- Klassen bis zu Erziehungscamps will man solche gewalttätigen Schüler zur Vernunft bringen.
Zweihundertachtundfünfzig Anzeigen gab es bereits bei der Polizei, welche von Lehrer oder Schüler ausgegangen sind. Hier ging es meistens um handgreifliche Auseinandersetzungen wie körperliche Gewalt.
In unserer Kindheit war es undenkbar gegenüber den Lehrer so aggressiv aufzutreten, wie es heute praktiziert wird. Sicherlich haben wir leise Protestiert , wenn körperliche Gewalt angewendet wurde. Um die Lehrer nicht noch mehr zu provozieren, nahmen wir die harten Schläge hin bis er endlich müde wurde.
Die wunderbare Technik des Internets gab es damals nicht, auch ein Aufnahmegerät um den Vorfall zu dokumentierten kannten wir nicht. Vielmehr waren wir Hilflos und konnten uns nirgends Beschwerden, wenn die Lehrer es für richtig hielten uns zu verprügelt oder geohrfeigt werden. Sogar der Schuldirektor hätte uns gleich noch eine Ohrfeige verpasst, ohne uns vorher anzuhören. Die körperlichen Strafen hätte sich im Heim fortgesetzt, wobei sich zwei Erzieher gefunden hätten um dem Zögling zu erziehen. Das letzte Wort lag nun beim Heimdirektor, wo eine Abschiebung in ein strengeres Heim wie Eggenburg erfolgte. Der Zögling wurde jedoch nie wieder nach Hütteldorf zurückgebracht, auch der Kontakt zu den Kameraden wurde für immer beendet.
Weder eine unabhängige Kommission oder Personalvertreter geschweige Bildungsministerium hätten sich um uns gekümmert, wir sind einfach mit unseren Ängsten und Sorgen alleine geblieben.

LG Johann

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604

Samstag, 11. Mai 2019, 19:46

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

In unserer Kindheit war es undenkbar gegenüber den Lehrer so aggressiv aufzutreten

...da durften Lehrer auch noch "hinlangen"!
Heute ist es so, dass wenn der/die Kleine "mehr als eine Hausaufgabe" bekommt,
dann Vati und/oder Mutti zur Schule kommen und die betreffende Lehrkraft "maßregeln";
Von "Heast, bist deppert, Oida?" bis zu "I hau Dir den Grint aus'n Schädel!" ist alles dabei!

Zuhause wird den Sprösslingen eingetrichtert, dass sie sich nichts "gefallen" lassen müssen,
und das kommt dann dabei `raus...!

Als ehemaliger 9Jahre-lang-Hütteldorfer erlaube ich mir, euch Ex-Hü-Kollegen zu fragen:
Wie war das bei uns in der Ha-Kai15-Schule:
Könnt ihr euch noch an den Franz Stanislav erinnern?
Der Stanislav, der bei der geringsten Kleinigkeit aber sowas von ausgezuckt ist?
Der geschrien und so lange auf ein Kind hindrosch, bis sich dieses minutenlang nicht mehr rührte?
Der einem Kind einen Faustschlag auf den Hinterkopf verpasste, es die Stiege hinunterfiel
und anschliessend dort bewusstlos liegen blieb?
Ein Kind namens Egon musste ca. 1984 ins Spital und an der Unterlippe genäht werden...

Oder "unser" HÜ-Heim:
Der Stiedery zum Beispiel:
Der mit seinen Fäusten, Füssen und gelegentlich auch mit seiner grossen Taschenlampe
während seinem Nachtdienst auf uns Kinder einprügelte, bis die Lampe (gelegentlich) auseinanderfiel
und anschliessend deren Teile (Batterien, -Deckel, Birnchen) irgendwo im Zimmer herumkugelten?

LG,CB

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605

Sonntag, 12. Mai 2019, 03:44

Erziehung

MIT DER HEUTIGEN ERZIEHUNG HABEN DIE KINDER MEHR ZU SAGEN, ALS DIE ERWACHSENEN. DAHER DIESE VORFÄLLE UND ES WIRD SICH NICHTS ÄNDERN.
LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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606

Donnerstag, 16. Mai 2019, 17:44

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Unser Lehrer Stanislaus

Es war immer eine große Freude dabei zu sein, wenn Lehrer Stanislaus seine schwarz-weiß Filme uns vorführte. Neben dem Schulwart Zimmer befand sich der Filmraum, wo auch gelegentlich Dokumentarfilme gezeigt wurden. Wann immer wir einen Ausflug unternommen hatten oder das Schwimmen erlernten, hat uns Lehrer Stanislaus ohne unser Wissen gefilmt. Umso erstaunlicher und glücklicher waren wir, als wir uns wieder auf der Leinwand erkannten.
Die Schwachstelle von Lehrer Stanislaus bestand darin, andere Zöglinge vor der Gruppe bloß zu stellen, wenn dieser den Lernstoff sowie die gestellte Fragen nicht begriffen, als auch nicht beantworten konnte. Daraufhin sagte er: „ dir haben sie ins Gehirn geschiessen oder geh wieder zurück in die erste Klasse zur Lehrerin Strohmeier oder du bist genau so Dumm wie deine Eltern.
Mit seinem besten Schülern habe er mit lateinische Zitaten herumgeworfen um die anderen zu diffamieren. Neuwirt habe dann solche Wortspielereien unterbrochen und den unwissenden Schüler in seine Obhut genommen.
Als Schiedsrichter habe er mehr am Spielfeld herumgebrüllt als sonst. Mich hat er einmal so laut beschimpft, weil ich eine Torchance übersehen hatte. Neuwirt meinte dazu, Michael sei sowieso von Sport befreit und er könne solche Leistungen von ihm nicht erwarten. Es brauchte immer sehr lange bis er seine Emotionen im Griff hatte.
Wir haben seine unerwarteten Wutausbrüche nicht mehr ernst genommen und hinter ihm darüber gelacht, was Erzieher Neuwirt nicht gerne sah und uns ermahnte.
Ich kannte Stanislaus vielmehr als eine schmale und kleine gewachsene Person, die eher für mich Introvertiert war. In meinen Umkreis habe ich nie die Erfahrung gemacht, daß der Lehrer Stanislaus jemals Gewalttätig gegenüber einen Schüler vorgegangen ist.

Euer Michael aus Klagenfurt

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607

Sonntag, 19. Mai 2019, 09:01

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Ich möchte noch anmerken, daß eine persönliche Kränkung wie zum Beispiel beim Lehrer Stanislaus praktiziert wurde, mehr Schaden an der Psyche anrichten kann, als eine kurze Ohrfeige zu erhalten.
Man möchte gerne in der Gruppe etwas gelten, jedoch die Aussage man ist zu Dumm die einfachsten Dinge nicht zu verstehen, wird unbewußt in der Gemeinschaft übernommen.
Oberflächlich läßt einen vielleicht die Rüge kalt um nach aussen hin locker zu erscheinen, jedoch innerlich arbeitet der Frust unbewußt weiter. Auch im späteren Leben, wenn Tiefschläge unerwartet auftauchen, kommen die Geister der Vergangenheit wieder zurück und stürzen uns in ein noch tieferen Abgrund hinunter. Längst vergessenes wird vielleicht wieder an die Oberfläche herausgeholt um eventuell von einen Psychologen aufgelöst zu werden. Wie heißt es so schön: Wörter können töten oder jemanden aufrichten.

Eurer Michael aus Klagenfurt
Ist ein Nachtrag von 16.Mai 2019

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Sonntag, 19. Mai 2019, 16:10

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

…also, eine einzige Stani-"Kränkung" habe ich noch im Kopf:
"Bist du des Wahnsinns knusprige Beute?"

Ansonsten ist er "ohne Vorwarnung" ausgezuckt;
Begann dann zu schreien und schlug auch gleich zu!
Was er so alles schrie, habe ich nicht mehr am Schirm,
denn seine brüllende Bariton-Stimme war ohnehin grossteils unverständlich…

Ansonsten bei Schulausflügen mehrerer Klassen gleichzeitig
sagte er anfangs zB.:
"Und wenn i ahn von euch beim Rauchen darwisch,
dem hau i ahne ins Kreuz, dass er sein´ Tschick frisst!"

Ich erinnere mich an einen Heimkollegen Namens Rene Endl(oder so ähnlich);
Dessen Eltern oder Grosseltern nahmen sich an einem Sonntag Abend,
wenn sie den Rene vom Ausgang ins Heim zurückbrachten,
den Stani "zur Brust", warum er denn immer so herumschreien muss;
Mehr haben die nicht gebraucht, der Stani hat sie sogleich ebenfalls angebrüllt...!
Anmerkung: Das war ca. 1982, und kurz danach war Rene nicht mehr in HÜ... ;)

Ich bleibe dabei, und würde dies jederzeit bei Gericht / Behörden unter Eid aus-
und dem Stani -falls er noch lebt- in sein mundgeruch-stinkendes Gesicht sagen:
ER war(ist?) ein Choleriker...Ende!

LG,CB

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Sonntag, 26. Mai 2019, 17:58

Unsere Lehrer

Obwohl die Lehrer mehr Prüfungen zur Ausübung ihres Berufes gemacht haben als die Erzieher fürs Heim. War das Auftreten der Lehrer uns Kindern gegenüber manchmal Brutaler und Gleichgültiger eingestellt, als die der Erzieher. Normalerweise müßte der Stadtschulrat ebenfalls zu Verantwortung gezogen werden, niemand habe bis jetzt die Lehrer an den Pranger gestellt, obwohl einige Schüler- Heimkinder harte Zeiten durchleben mußten. Stanislaus war gegenüber diesen Lehrer, die uns heute noch im Gedächtnis geblieben sind viel harmloser mit seiner körperlichen Gewaltausübung. Er war klein und schmächtig gebaut und hatte dadurch weniger Manneskraft als seine Kollegen, jedoch beherrschte er das laute Gebrüll in der Schulklasse.
Die ungerechte Schulbenotungen der wichtigsten Gegenstände haben uns mehr Schaden zugefügt als nutzen gebracht, daher haben etliche die Prüfungen selbst nachgeholt um in Berufsalltag weiter zu kommen.
Mit dem Stempel als naives Heimkind wurden wir entlassen und mußten später dadurch etliche schwere Hürden bewältigen, um seine persönlichen allgemeine Rechte einzufordern.

LG Johann

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Montag, 27. Mai 2019, 00:09

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Stanislaus ... war klein und schmächtig gebaut ... dadurch weniger Manneskraft als seine Kollegen


...also während meiner HÜ-/Ha-Kai-Zeit war der Stani mit Abstand der Aggresivste...wirklich!
Wenn der aus´zuckt ist, dann hat der sich minutenlang nicht mehr eingekriegt,
ja, man kann mit Fug und Recht sagen: Er ist rchtig durchgedreht...!

In der ersten und dritten Klasse VS hatte ich die Lehrerin Eva Luger;
Die hat Dich gerne an den Ohren gezogen, was durch ihre langen (&lackierten) Fingernägel
"besonders angenehm" war.
Auch nannte sie einem gerne: "Du Kretin..."

Meine Klassenvorstände am Ha-Kai 15 waren(soweit ich mich erinnere):

1. VS = Eva Luger (Sie liess mich diese wiederholen, weil ich erst im Jänner in diese Schule kam)
2. VS = Franz Stanislav
3. VS = Eva Luger
4. VS = Walter Müller (Dieser kam damals frisch von der Uni...)
1. HS = Eva Barta
2. HS = habe ich vergessen
3. HS = Walter Müller
4. HS = Walter Müller

Die Lehrerin Mayer / Maier / Meier (wie hiess dieser Trampel richtig?)
hatte ich zwar nie als Lehrerin, da sie "Sonderschulklassen" unterrichtete,
dennoch ergab es sich, dass sie mich einmal an den Haaren gezogen
und mir ein paar Watschen gab,
nur weil ich ihr im Filmraum beim Filmspule-einlegen zugesehen habe;
Da war ich bereits in der 3. HS...!

Anmerkung: Der Filmraum befand sich spätestens ab Herbst 1985 im 2. Stock,
vis-à-vis dem Klassenzimmer von der Lehrerin Prakisch (Vorname unbekannt).

LG,CB

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Mittwoch, 29. Mai 2019, 10:28

Filme

ZU MEINER ZEIT IN DEN JAHREN 1952-1960 GAB ES KEINE FILME ZU MEINER SCHULZEIT. WIR GINGEN DAHER ÖFFTERS UM DAS KINDERHEIM SPAZIEREN. SO WAREN WIR IN DER FRISCHEN LUFT UND DAS WAR FÜR UNS GESUND. DENN TURNUNTERRICHT GAB ES DAMALS NICHT. DAFÜR MACHTEN WIR VIEL AUSFLÜGE.

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Donnerstag, 13. Juni 2019, 10:29

Sommer

VÖGEL SINGEN IN WALD UND FLUR, REGES LEBEN IN DER NATUR. WIR ABER HEIMKINDER SIND GEFANGEN, FÜR 2 MONATE IN DEN SCHULFERIEN. DAMALS GAB ES KEINEN AUSGANG UND WIR BEKAMEN EINMAL IM MONAT VON DEN ELTERN BESUCH. HINTEN IM HAUPTGEBÄUDE WURDEN TISCHE UND SESSELN AUFGESTELLT. WIR STANDEN IN DER KÜCHE, UND MUSSTEN WARTEN BIS WIR AUFGERUFEN WURDEN. ES GAB AUCH KINDER DIE KEINEN BESUCH HATTEN UND MUSSTEN SO LANGE IN DER KÜCHE WARTEN BIS ZU 3 STUNDEN. UM 17 UHR WAR DIE BESUCHSZEIT ZU ENDE. DANN GINGEN ALLE KINDER IN IHRE TAGRÄUME ZURÜCK. WIR HATTEN IN DEN SCHULFERIEN NUR ZWEIMAL BESUCH VON UNSEREN ELTERN. DAS WAR EBEN DIE NACHKRIEGSZEIT!
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Donnerstag, 13. Juni 2019, 15:56

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Besuchszeiten / -Möglichkeiten gabs zu meiner HÜ-Zeit nicht mehr,
aber es warteten bei "Ausgang" stets 10-15 von uns Kindern vergeblich darauf,
von einem Elternteil / Familenangehörigen abgeholt zu werden...

Vor jedem Ausgang-Samstag wurden wir Freitag nachmittag in der Häusler-Kanzlei
vom Hofrat Dr.Kussen via Holzplättchen "Aah"-machen und Stethoskop-Abhören "untersucht"
und per Schulter-Klaps "informiert", dass man "fertig ist" und aus der Kanzlei gehen kann.
Im obersten (Dach)Geschoss stand am Mini-Gang eine antike Waage mit Gegengewichten;
Da wurden wir von der Fr.Rosi gewogen; Wie oft, das weiss ich heute leider nicht mehr...

Während der Woche mussten wir in HÜ stets die Heimkleidung tragen,
und ebenfalls Freitag vor Ausgang bekamen wir unsere "Privat-Kleidung"
und gaben unsere Heimkleidung der Fr.Rosi oder Fr.Maria zum Waschen ab.
Unsere Privatkleidung "durften" auch Jene bis Sonntag Abend in HÜ tragen,
welche nicht abgeholt wurden bzw. sowieso in HÜ blieben...

LG,CB

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Montag, 17. Juni 2019, 09:01

Auto-Wäsche

EIN ZÖGLING WUSCH DAS AUTO EINES ERZIEHERS. ER SCHÜTTETE EINIGE KÜBELN WASSER ÜBER DAS AUTO. MEINT DER ERZIEHER: MEINST DU DAS AUTO WIRD GRÖSSER WENN DU SOVIELE KÜBELN WASSER DARAUF SCHÜTTEST?
NETTE GRÜSSE ERNESTRO:

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Montag, 8. Juli 2019, 19:40

Grillfest bei Ernsti

Bereits am Eingang zur Gartensiedlung kam ein freundlicher Mann mir entgegen.
Es war Herr Karl, der zum ersten Mal an der Hütteldorfer Runde teilnahm, sofort sprach er mich an und nannte meinen vollen Namen. Er hatte bereits eine lange Fahrt hinter sich und fuhr von Linz bis hier her nach Grinzing. Wir saßen Samstagnachmittags um einen großen Tisch der ausgiebig mit Speisen und Getränke bedeckt war, umgeben von schattige Bäumen und einen großen Salettl.
Karl konnte sich noch genau erinnern, wie Ernsti damals die Wurstsemmeln an die Zöglinge in seiner Gruppe verteilte. Durch die verschiedenen Gruppen, hatten wir nur wenig Kontakt zueinander. Erst am Gang zu den Schlafräumen, beim Essen im Speisesaal, auf dem Weg zur Schule oder wenn beide Gruppen den gleichen Spielplatz aufsuchten kamen wir zusammen und konnten miteinander reden, wenn es kein Sprechverbot gab. Anfangs war Karl bei der Gruppe Erz. Blazek zugeteilt und anschließend verbrachte er zwei Jahre bis zum Schulaustritt bei Erz. Neuwirt.
Während der lebhaften Diskussionen zog Karl einige alte Fotos aus seiner Tasche hervor, auf die Bilder waren die Schw. Hilde, Erz. Blazek und Neuwirt zu sehen, umgeben von Zöglingen die Karten spielten. Er kannte alle Kinder noch mit vollen Namen und die jeweiligen zugewiesene Gruppe. Ungewöhnlich fand ich die Kindern mit langen Haare die bis zu den Schultern reichten, Karl meinte:“ zu dieser Zeit, sei nie mehr der Friseur Biber ins Heim gekommen“.
Oft habe es in meiner Heimzeit feuchte Augen gegeben, wenn der Friseur unerwartet auftauchte und die Erzieher darauf bestand, jenen unbedingt die Haare zu schneiden die stolz auf ihre Frisur waren.
Bewundernswert fand ich seinen alten Notizblock, wo er die einzelnen Namen der ehemaligen Heimkinder und die dazugehörige Gruppe uns vorgelesen hat.
Einige der erwähnten Zöglinge waren mir noch bekannt, doch mit vielen konnte ich nichts mehr anfangen, es sind ja immerhin 46 Jahre in der Zwischenzeit vergangen. Mit einigen Jugendfreunden ist Karl heute noch in Verbindung, wobei jeder etwas aus seinem Leben gemacht hat.

Karl wollte bereits viel früher zu uns stoßen, jedoch wollte er keine Beiträge ins Forum stellen.
Vielleicht sollte hier eine eigene Seite eingerichtet werden, um mit zwei Sätzen Kontakte zu ehemaligen Heimkinder zu knüpfen oder die Angabe einer eigenen Telefonnummer aufschienen zu lassen.

Nochmals vielen Dank lieber Ernsti und Robert für die wunderbare Verköstigung und Bewirtung, es wurde mehr aufgetischt als die Gäste vertragen konnten.

Liebe grüße an Euch alle. Johann

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Dienstag, 9. Juli 2019, 08:17

Haareschneiden

...also zu meiner Zeit kam kein Friseur (mehr) nach HÜ, aber ich erinnere mich,
dass während meiner ersten HÜ-Jahre (zB) unsere Gruppe in zeitlichen Abständen
in 2er Reihe zu einem Friseurladen in der Linzer Straße gingen.

Später, als ich in der Gruppe von "Schwester Inge" war, schnitt uns Selbige
mit einem Kamm-ähnlichem Gerät und integrierter Rasierklinge die Haare.

Der Neuwirt hatte bis zu seiner Pension (ca.1982/1983?) die Gruppe 6
und der Blazek war während meiner gesamten HÜ-Zeit ein sg. "Springer".

Letzterer holte mich seinerzeit mit seinem roten VW-Käfer-Cabrio von der KÜST
und brachte mich nach HÜ... :-/

LG,CB

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Dienstag, 9. Juli 2019, 09:37

Friseur

WIR HATTEN EINEN HEIMFRISEUR. JEDER ZÖGLING BEKAM DENN GLEICHEN HAARSCHNITT. WIR NANNTEN IHN REINDLSCHNITT. SO KONNTE SICH KEINER BESCHWEREN, WEIL ALLE GLEICH AUSSAHEN. AUSERHALB DES HEIMES MUSSTEN WIR UNS SCHÄMEN, WEIL UNS DIE LEUTE LANGE ANSCHAUTEN.
LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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Michael_R

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Dienstag, 9. Juli 2019, 19:49

Anni Brandstätter (Religionslehrer

Wer kennt dem Auszug von der Operette der Zigeunerbaron:" Ja das Schreiben und das Lesen ist nie mein Fach gewesen usw ". Es ist sehr Amüsant das Lied zu singen und doch war es für uns eine ernste Sache. Und so war es leider im Hütteldorf, man nahm sich nicht die Mühe oder Zeit uns zu bilden. Relativ spät habe ich zum Bücherlesen und somit auch zum Schreiben begonnen. Wir konnten nicht einmal einen Satz richtig aussprechen, wir Plapperten einfach unüberlegt dahin. Erst in der Gewerkschaftsschule habe ich zum ersten Mal gehört: " Wissen ist Macht" Die Macht lag bei den Erzieher, wir durften nur brav und ruhig sein. Daher lieber Michael, keiner wird Dich hier jemals kritisieren, wir waren alle im gleichen Boot. Laut Schwerster Emma und Stiedery, haben die Angestellten im Heim- Hütteldorf zur damaligen Zeit sehr gut verdient. Und dennoch fand keiner die Zeit, uns für das öffentliche Leben vorzubereiten bzw. zu informieren. Das ist ein Punkt der Unverzeihlich ist, da gibt es einfach keine Ausreden, so sind eben die Fakten. Unsere Persönlichkeit wurde zur Nichte gemacht, heute sieht man die Früchte davon. Leider ist heute noch der Staat nicht bereit, die Sonderschulen zu schließen, obwohl es schon lange gefordert wurde, vielmehr hat sich die Schülerzahl erhöht. Es ist einfach zum Weinen, wie langsam sich hier etwas bewegt.

Liebe Grüße: Johann index.php?page=Attachment&attachmentID=1333

Dieses Foto zeigt rechts Erzieherin und Lehrerin Strohmeier und links die Religionslehrerin Name ?
1973 KÜST , 1973 - 1978 Hütteldorf, 78 Hohe Warte, 1979 KÜST, 1979 - 1981 KÜST 4 Stock.

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Dienstag, 9. Juli 2019, 23:26

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

REINDLSCHNITT...ALLE GLEICH AUSSAHEN

Wenn ich mich so zurückerinnere, dann sahen ja auch wegen unserer "Heimkleidung"
nahezu alle gleich aus:
Zur warmen Jahreszeit die grauen Hosen aus glattem Stoff,
in den Sommerferien (Juli & August) die kurzen Lederhosen,
über Herbst/Winter die hellbraunen, manche bekamen graue Schnürlsamthosen,
die dunkelgrauen Mäntel und selbstgestrickte Wollhauben, Schals & Fäustlinge
und sowieso ganzjährlich diese kleinkarierten Hemden, welche aussahen,
als hätte man sie aus Geschirrtüchern zusammengenäht... ;)

LG,CB

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Ernestro (10.07.2019), Klagenfurt (12.07.2019)

Ernestro

Hütteldorfer Oidspotz

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Mittwoch, 10. Juli 2019, 09:29

Gleich Aussehen

JA, DU HAST VOLLKOMMEN RECHT. ES ERINNERT MICH WIE IN EINEN GEFANGENHAUS. DORT GAB ES AUCH EINHEITLICHE BEKLEIDUNG. WIR HEIMKINDER MUSSTEN ES LEIDER ERDULDEN, SO LANGE, BIS WIR ENDLICH ENTLASSEN WURDEN. DANACH IN DER FREMDE, TATEN WIR UNS SEHR SCHWER, SICH AN DAS NORMALE LEBEN ZU GEWÖHNEN!
LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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ChristianB (10.07.2019), Klagenfurt (12.07.2019)