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nor.mal?

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21

Dienstag, 15. Mai 2012, 15:26

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

So, jez muß ich nochmal mit der G'schicht von Peter und Peter Anfangen. Mir ist das wichtig, weil mir der Tod der beiden 3Jahre und 9 Monate SCHEISSE erspart haben. Ich hab a bisserl gstöbert in den verschiedenen Foren und bin auf einen Post gestossen wo die Beiden angeblich bei einer Homoparty ermordet wurden. In meiner Erinnerung schaut des a bisserl anders aus.

Also, Grimmel, Zimmerl, Vojik und Ihle haben sich zu einer gemeinsamen Flucht verabredet, wobei die beiden Landwirtschaftler Grimmel und Zimmerl auf einer anderen Gruppe waren als Vojik und Ihle.

So haben sie ausgemacht, sich im Stadel, der sich unterhalb des von mir angesprochenen Fussballplatzes befand, in der Nacht zu treffen und gemeinsam abzuhauen. Grimmel und Zimmerl hatten aber anderes vor. Vojik und Ihle waren von zuhause gut versorgt mit allem was sie so brauchten u.a. auch total lässiger privatwäsche und Gewand zb Glockenhosen usw.

Die beiden Kackvögel hatten genau NICHTS von zuhause und mit der Heim Einsergarnitur, wären sie nicht weit gekommen und so haben sie beschlossen, die beiden Fluchtgenossen niederzuschlagen, ihnen das Gewand wegzunehmen um so auf der Strasse nicht gleich als "Entweicher" erkannt zu werden. Was völlig Schwachsinnig war, de zwaa haum a in ana Supawäsch ausgschaut wie Goigenspitz!

Deshalb waren sie auch viel früher als ausgemach im besagtem Stadel und lauerten Ihle und Vojik mit einer HACKE auf. Erst haben sie beide mit der stumpfen seite der Hacke niedergeschlagen, haben sie Ausgezogen um dann auf die Glorreiche Idee zu kommen beide zu "entsorgen", allerdings nicht bevor sie Beiden noch mit der Scharfen Seite der Axt den Schädel gespalten haben!

Nix Homoparty - RAUBMORD weng ana gschissanan Wäsch!

Die einzige Homobeziehung die es gab, war zwischen den beiden Tätern. Wie sich bei der Verhandlung rausstellte, hat Grimmel Zimmerl dominiert und die beiden hatten auch schwulitäten miteinander.

I glaub der tod der beiden Peters war Dreckig genug, man muss nicht noch zwei ansich leiwande Burschen, die völlig uneddig gstuam san, mit Dreck bewerfen.

Ich habe beide nicht so gut gekannt. Mit Ihle hab ich ein paarmal gequatscht und Vojik kannte ich von seinen Besuchen bei uns auf der Gruppe wo er immer mit seinem kleine Bruder sprach und ihm Mut machte.

Ich möchte sie in Erinnerung behalten wie sie mir damals vorkamen - als Leiwande Typen!!

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KAOS (30.07.2012), olga (01.08.2012)

22

Dienstag, 15. Mai 2012, 16:23

Hallo Robert

Vorweg mal liebe Grüsse aus dem Waldviertel, ich hab nicht vergessen,diese Woche hab ich die Untersuchungen bezüglich der Op freigabe,
Blutabnahme, Röntgen etc.vor dem 31.05.12 werd ich bestimmt noch nach Old Vienna kommen, freu mich schon auf ein Plauscherl mit Dir!

Bis dahin schöne grüsse an alle Heimkinder und natürlich an Dich, meld mich bei Dir!!

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koarl (21.06.2012), olga (01.08.2012)

23

Dienstag, 15. Mai 2012, 16:44

nor.mal

Genauso hab ich den Fall auch in Erinnerung, in der Rüdenburg bin ich ein paarmal mit dem Zimmerl spazieren gegangen, und er hat mir den Fall genau geschildert, das mit der Axt, dem Gewand und um einen goldenen Ring soll es gegangen sein.

Ich seh den Typen (Zimmerl) noch heute vor mir, hat ganz leise gesprochen, ein Duckmauser, schmierig,Emotionslos, hatte nichts gutes bei uns, aber andererseits waren wir alle fast noch Kinder und hatten mit uns selbst zu kämpfen. Ich fuhr nach KE und er wartete auf seine HV.

Rückblickend jagt es mir den kalten Schauer den Rücken runter, wegen welcher Lappalie ein junges leben ausgelöscht wurde!!

In der Karlau hab ich ihn einmal angesprochen aber er war so in sich gekehrt das er mich nicht wahrnahm. Was aus dem wohl geworden ist?

Liebe Grüssse!!

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koarl (21.06.2012), olga (01.08.2012)

24

Dienstag, 15. Mai 2012, 18:39

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

lieber nor.mal,

uns wurde im lh weidlingau geschildert, dass peter ihle sich weigerte mit jemanden sex zu haben und deswegen sterben musste,... so die erzählung.

dass es sich tatsächlich anders zugetragen hatte, lese ich heute das erste mal. nun denn, mir liegt es ferne beide peter im nachhinein mit dreck zu bewerfen, viel zu ernst ist diese angelegenheit, mir ist dieser mord damals in die glieder gefahren und steckt auch heute noch in mir und stimmt mich traurig, wenn ich von den beiden morde lese.

ich akzeptieren, wenn jemand aus der not heraus, sich mit essen "versorgt", ohne dass menschen darunter leiden müssen, oder gar verletzt werden, solange dies nur ein versicherungsfall ist. was nicht heißt, dass ich solchen gesetzesbruch billige.

lg robert

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olga (01.08.2012)

schloss-altenberg nö

unregistriert

25

Dienstag, 15. Mai 2012, 19:56

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Schloss Altenberg, auf die Morde in Eggenburg kann ich mich noch erinnern. Das war Ende der 60 Jahre Anfang der 70 Jahre. Auch bei uns in Retz ist ein Babymord passiert, da verbrannte die Mizzi nach der Geburt des Kindes im Ofen. Meterweise waren da die Zeitungen damals voll von Eggenburg u. Retz.

das muss ja für euch schlimm gewesen sein...und da wurde niemand verurteilt?lg

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olga (01.08.2012)

schloss-altenberg nö

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26

Dienstag, 15. Mai 2012, 20:01

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Genauso hab ich den Fall auch in Erinnerung, in der Rüdenburg bin ich ein paarmal mit dem Zimmerl spazieren gegangen, und er hat mir den Fall genau geschildert, das mit der Axt, dem Gewand und um einen goldenen Ring soll es gegangen sein.

Ich seh den Typen (Zimmerl) noch heute vor mir, hat ganz leise gesprochen, ein Duckmauser, schmierig,Emotionslos, hatte nichts gutes bei uns, aber andererseits waren wir alle fast noch Kinder und hatten mit uns selbst zu kämpfen. Ich fuhr nach KE und er wartete auf seine HV.

Rückblickend jagt es mir den kalten Schauer den Rücken runter, wegen welcher Lappalie ein junges leben ausgelöscht wurde!!

In der Karlau hab ich ihn einmal angesprochen aber er war so in sich gekehrt das er mich nicht wahrnahm. Was aus dem wohl geworden ist?

Liebe Grüssse!!

rüdenburg war das nicht ein jugendgefängniss??

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olga (01.08.2012)

27

Dienstag, 15. Mai 2012, 20:31

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

das muss ja für euch schlimm gewesen sein...und da wurde niemand verurteilt?lg
Die Verantwortlichen wurden nicht verurteilt, aber die Kindesmutter schon. Soviel ich mich erinnern kann wurde in Korneuburg verhandelt und die Mizzi bekam damals die Höchststrafe die so an die 20-25 Jahre war. Und abgesessen dürfte sie in Schwarzau haben. Es war ja damals im Heim strengstes Tratschverbot und wir haben hauptsächlich alles aus der Kronenzeitung heraus gelesen. Kann mich heute noch erinnern als ich zum Greissler gelaufen bin und sagte haben sie noch die heutige Krone. Das war dann meistens mein Helfergeld von 1 Schilling fürs Klassenzimmer aufkehren. Damals kostete ja die Kronenzeitung 1 Schilling. Und fast 20 Jahre später gab es im gleichen Heim wieder Morde, aber diesmal brachten Zöglinge die Erzieherinnen um. Ich lass ebenfalls die Artikel in der Zeitung konnte mir aber keinen Reim darauf machen wer mit Anni G. und Sabine B. gemeint ist. Jahre Später lernte ich dann im AKH eine Patientin kennen die auch den Vorfall kannte und klärte mich auf. Schock für mich den ich kannte beiden Damen, die eine Erzieherin kannte ich schon da war sie noch gar nicht auf der Welt, das war die Tochter der Schulbedienerin der ich immer geholfen habe. Und die zweite die Anni G. von unseren Sporterzieher die Frau. Unvorstellbar das Jugendliche so ausrasten konnten und einem Menschen die Kehle durchschneiden.

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koarl (21.06.2012), KAOS (30.07.2012), olga (01.08.2012)

schloss-altenberg nö

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28

Dienstag, 15. Mai 2012, 21:40

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

das muss ja für euch schlimm gewesen sein...und da wurde niemand verurteilt?lg
Die Verantwortlichen wurden nicht verurteilt, aber die Kindesmutter schon. Soviel ich mich erinnern kann wurde in Korneuburg verhandelt und die Mizzi bekam damals die Höchststrafe die so an die 20-25 Jahre war. Und abgesessen dürfte sie in Schwarzau haben. Es war ja damals im Heim strengstes Tratschverbot und wir haben hauptsächlich alles aus der Kronenzeitung heraus gelesen. Kann mich heute noch erinnern als ich zum Greissler gelaufen bin und sagte haben sie noch die heutige Krone. Das war dann meistens mein Helfergeld von 1 Schilling fürs Klassenzimmer aufkehren. Damals kostete ja die Kronenzeitung 1 Schilling. Und fast 20 Jahre später gab es im gleichen Heim wieder Morde, aber diesmal brachten Zöglinge die Erzieherinnen um. Ich lass ebenfalls die Artikel in der Zeitung konnte mir aber keinen Reim darauf machen wer mit Anni G. und Sabine B. gemeint ist. Jahre Später lernte ich dann im AKH eine Patientin kennen die auch den Vorfall kannte und klärte mich auf. Schock für mich den ich kannte beiden Damen, die eine Erzieherin kannte ich schon da war sie noch gar nicht auf der Welt, das war die Tochter der Schulbedienerin der ich immer geholfen habe. Und die zweite die Anni G. von unseren Sporterzieher die Frau. Unvorstellbar das Jugendliche so ausrasten konnten und einem Menschen die Kehle durchschneiden.

danke ringo für den bericht...das ist ja in wirklichkeit gar nicht vorzustellen...wieso wurden die morde der jugendlichen nicht gestraft?das die mutter bestraft wurde ist ja auch in ordnung...und den erziehern die kehle ...ist zwar mit nichts zu entschuldigen...aber da kann ich mir vorstellen das es wut ...rache...und einiges mehr sein könnte ...warum es passierte...ich denke wie arm diese zeit gewesen sein musste...das man wegen kleidung...tschick...andere zöglinge umbrachte...(was keinen mord begründet)...ihr hattet ja gar keinen schutz...wo waren die erzieher?ich wäre in dieser zeit sicher gestorben...lg

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olga (01.08.2012)

29

Mittwoch, 16. Mai 2012, 09:56

Hallo schloss-altenberg nö

Zu Deiner Frage gestern bezüglich Rüdenburg!

Ja das war ein Jugendgericht von dem aus die Einweisung nach KE stattfand. Auf KE wurde man nicht über das Jugendamt eingewiesen
da bedurfte es eine Richterliche Verurteilung mit anschließender Einweisung.

KE war die einzige Bundeserziehungsanstalt Österreichs mit Zöglingen aus allen Bundesländer!


Zu der Verurteilung der beiden Mörder von Eggenburg: Natürlich wurden sie verurteilt, der Zimmerl bekamm 15 Jahre was damals glaube ich die Höchststrafe für Jugendliche war. Was der andere bekamm kann ich nicht sagen zu dem hatte ich keinen Kontakt.
Traurige Geschichte!!!

Liebe grüsse Ernstl!

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koarl (21.06.2012), olga (01.08.2012)

schloss-altenberg nö

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30

Mittwoch, 16. Mai 2012, 10:35

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Vorweg mal liebe Grüsse aus dem Waldviertel, ich hab nicht vergessen,diese Woche hab ich die Untersuchungen bezüglich der Op freigabe,
Blutabnahme, Röntgen etc.vor dem 31.05.12 werd ich bestimmt noch nach Old Vienna kommen, freu mich schon auf ein Plauscherl mit Dir!

Bis dahin schöne grüsse an alle Heimkinder und natürlich an Dich, meld mich bei Dir!!

hallo ernstl...ich wünsche dir alles gute zu deiner bevorstehenden OP...lg

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olga (01.08.2012)

31

Mittwoch, 16. Mai 2012, 11:42

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

schloss-altenberg nö

Herzlichsten Dank für die guten wünsche freut mich ehrlich sehr Danke!! Lg Ernstl

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olga (01.08.2012)

rimy

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32

Donnerstag, 21. Juni 2012, 14:00

Bezüglich Buch "Lebenslänglich" von Werner Olscher

Hallo hab mal geschaut:

ZVAB.com: olscher lebenslänglich


hier gibts das Buch antiquarisch

Hoffe geholfen zu haben, wenns keiner braucht macht auch nix..

lg
rimy :wandel16:

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schmuddelkind (25.06.2012)

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Sonntag, 29. Juli 2012, 22:22

Eggenburger Doppelmord

Ich erzähle euch nun wie ich das Ganze an vorderster Front erlebt habe:

Wie ein Lauffeuer ging es durch die Anstalt, dass man zwei Leichen in der Landwirtschaft des Lindenhofs gefunden hatte. Die Senkgrube war verstopft und daher wollte man sie ausräumen. Es war für alle eine unbegreifliche Schreckensbotschaft, egal ob Erzieher oder Zöglinge, als wir über diese Morde informiert wurden. Der Lindenhof stand mit einem Schlag in sämtlichen deutschsprachigen Medien: Doppelmord im Erziehungsheim. Das war einmal etwas ganz Neues für die Belegschaft des Lindenhofs und ich konnte mich ein paar Wochen nach diesem Ereignis in der deutschen „Quick“ bewundern, wie ich neugierig aus dem Fenster schaue. Die beiden Leichen wurden mit dem Anstaltstraktor aus der Senkgrube gezogen und man hoffte, keine dritte zu finden. Es waren die Zöglinge Ihle und Voijek. Beide waren seit November 1969 als abgängig gemeldet und daher als so genannte Entweicher geführt. Man wunderte sich zwar, dass beide vom Heim desertierten, denn sie hatten bereits einige Vorzugsrechte und ihre Freilassung aus dem Lindenhof stand auch nicht mehr lange aus. Aber es geschahen immer wieder befremdende und rätselhafte Taten im Heim, die man mit Vernunft nicht unbedingt erklären konnte. Nun hatte man beide Entweicher gefunden und konnte es gar nicht fassen, dass es auf solche Art sein musste. Ich erinnere mich genau daran. Sofort wurden Heiminsassen verdächtigt, denn beide waren in Heimkleidung aufgefunden worden, obwohl sie längst Privatgewand tragen durften. Das war für Entweicher keine nachvollziehbare Logik. Galt es doch, so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufzufallen. Und in der Anstaltskleidung nicht aufzufallen war nahezu undenkbar. Alle Erzieher verhielten sich zu uns plötzlich wie ausgewechselt, kein brutales Wort, nur auffällige Freundlichkeit. Gegenüber der Gendarmerie waren die sonst so gestrengen Erzieher direkt untertänig und sie wirkten auf uns Zöglinge einfach lächerlich. Ich dachte mir damals mit triumphierender Genugtuung: „Da schau her, bei der Polizei muss man sein und die Herren fressen dir aus der Hand!“Die grauenhafte Entdeckung fiel unmittelbar vor ein Wochenende. Wir wurden sofort von den Werkstätten auf unsere Gruppen und in die Zimmer gebracht und durften diese unter keinen Umständen verlassen. Niemand wagte es, Verdächtigungen oder Meinungen auszusprechen. Ich konnte von meinem Raum direkt auf den Tatort sehen und beobachtete, wie die Kriminalpolizei dort amtshandelte. Mit mir in einem Raum war der Herbert Zimmer untergebracht. Er lag im Parterre unseres gemeinsamen Stockbettes. Wenn ich nun diesen Herbert Zimmer beschreibe, komme ich mir wie ein einfältiger Kleinbürger vor. Im Nachhinein kann man ja leicht reden, weil man einen entlarvten Mörder immer mit anderen Augen sieht. Zimmer war in der Landwirtschaft tätig, befremdend ruhig und sehr verhalten. Er hatte leuchtend braune Augen und kurze schwarze Haare. Von Gestalt war er ein zäher drahtiger Typ. Niemand mochte ihn so richtig, weil er eben sehr eigenartig war. Er war auch nicht sonderlich klug und das machte ihn ebenfalls zu einem bizarren Einzelgänger. Doch einen Mord hätte man ihm nicht zugetraut. Aber wem traut man schon einen Mord zu? Vor allem wenn man mit einem Menschen dauernd zusammenlebt! Zimmer machte sich selbst verdächtig, als er plötzlich überzeugend zu behaupten begann, während wir vom offenen Fenster aus auf den Tatort starrten, dass es keine dritte Leiche geben kann, weil so viele Leichen ja nicht in die Senkgrube passen würden.
Jeder einzelne Zögling wurde von der Polizei einvernommen. Und jeder, der nach der Einvernahme wieder auf die Gruppe kam, erzählte, dass er von den Kriminalbeamten mit nassen Handtüchern geschlagen wurde, damit man keine Striemen sieht, und auch Drohungen in beängstigender Weise ausgesprochen wurden. Ich war entsetzt und konnte es kaum fassen, dass es diese Verhörmethoden gibt. Freilich, was können die von mir wollen, wenn es soweit ist mit meiner Befragung? Zimmer wurde vor mir zum Verhör gebracht, der nächste wäre ich gewesen. Es dauerte einige Stunden, bis es dann wie eine Erleichterung durch die gesamte Anstalt schallte, dass die Mörder entlarvt sind. Ich war nicht einmal verwundert über diese Botschaft. Zimmer und Grimmel gestanden ihre Tat ein. Grimmel war ursprünglich im Nebenhaus auf der Gruppe 12 untergebracht. Als Motiv wurde die Beschaffung des Privatgewandes der beiden Opfer angegeben. Vor allem ging es um modische Lederstiefel. Grimmel wollte noch vor seiner Entlassung unbedingt modische, schicke Stiefel und Zimmer war sein Komplize aus veranlagter Naivität. „Mich ekelte eh“, meinte er bei der Gerichtsverhandlung, „als der Grimmel den ersten erschlagen hatBeide lockten die Opfer auf den Heuboden mit dem Vorwand, Zigaretten zu tauschen, erschlugen sie und stopften die toten Körper in die Senkgrube in der Hoffnung, dass die Jauche im Laufe der Zeit diese zersetzen würde. Ich durfte der Verhandlung in der Rüdenburg beiwohnen ]Nach dem Mord änderte sich im Heim vieles sehr rasch zu unserer Erleichterung. Privatgewand wurde uns allen gestattet, allerdings nur in Kombination mit der Anstaltskleidung. Auf einmal wurde die volle Lehrlingsentschädigung für uns eingeführt. Wir bekamen statt der lausigen sieben auf einmal 45 bis 70 Schillinge wöchentlich, der Rest wurde für uns auf ein Sparbuch gelegt, und jeder konnte mit einer angemessenen Geldsumme nach der Entlassung ein neues Leben beginnen. Die Erzieher wurden uns gegenüber mit einem Schlag wesentlich toleranter.

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Sonntag, 29. Juli 2012, 22:52

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Hallo P.A.S.St.

Vielleicht klingt es jetzt sehr hart.
Aber ihr hattet danach den Vorteil eine normalere Behandlung zu erleben, und mit Startgeld euer Leben zu beginnen.
Somit war es nicht komplett sinnlos, was da passiert ist.
Liebe Grüße
Zeitlos

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schloss-altenberg nö

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Sonntag, 29. Juli 2012, 22:56

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

du dürftest an der verhandlung teilnehmen?...zeuge warst du nicht oder?

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Sonntag, 29. Juli 2012, 23:24

Zeuge

du dürftest an der verhandlung teilnehmen?...zeuge warst du nicht oder?
Die ganze Gruppe 10 war im Gericht anwesend, aber während der Verhandlung hat kein einziger Zögling als Zeuge fungiert. Die Verhandlung war auch, weil alles sonnenklar nun bekannt war, eine 1-tätige Abhandlung und ging sehr rasch über die Bühne. Es wurde damals nicht so viel durchleuchtet und hinterfragt so wie wir das heute gewohnt sind.

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Sonntag, 29. Juli 2012, 23:28

Doppelmord

Hallo P.A.S.St.

Vielleicht klingt es jetzt sehr hart.
Aber ihr hattet danach den Vorteil eine normalere Behandlung zu erleben, und mit Startgeld euer Leben zu beginnen.
Somit war es nicht komplett sinnlos, was da passiert ist.
Liebe Grüße
Zeitlos
Es klingt nicht hart für mich. Leider konnte ich den Artikle nicht ganz fertig schreiben, da dieser Beitrag mit 10.000 Buchstaben limitiert ist. Der Mordfall war für das Erziehungsheim wahrlich ein Glücksfall und leitete den Anfang vom Ende des Lindenhofes ein. Das Verhalten der Erzieher enderte sich grundlegenst.

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Sonntag, 29. Juli 2012, 23:35

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

aber mir ist ein fall bekannt...das war in den 80zigern...da gab es einen erzieher der hatte einen schwager und der war polizist...dieser polizist kam uaf besuch...ein zögling...sagte spasshalbert etwas über die polizei...daraufhin...schlug der erzieher so schlimm auf den zögling ein ...das er fast benommen war...der herr schwager ...der polizist...half dem zögling...aber nicht!!!ich denke das sich einiges geändert hat...aber die erzieher schlugen weiterhin ...und der meister in der fleischhauerei war auch ein schläger...tut mir leid ...aber schläge gab es auch noch 1980...lg

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Montag, 30. Juli 2012, 05:34

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Somit war es nicht komplett sinnlos, was da passiert ist.
Traurig aber WAHR, dass was passieren musste das sich in der Heimordnung was geändert hat. Heute denke ich mir WIR hätten auch ungefähr so handeln müssen, um uns Erleichterung zu verschaffen. Darf gar nicht daran denken wie in der Caritas Retz der Erzieher Klaffenböck mit seiner Komplizin Beatrix Belak die Kinder halb tot geprügelt haben. Und die Belak war immer angeschmiert wie eine Prater oder Gürtelstrichhure vor deren Anblick man schon erzitterte wenn man sie nur sah und das war im Jahre 70/71. Kann nur schreiben wo ich selbst dabei war.

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Montag, 30. Juli 2012, 05:44

Re: Nette Onkeln und Tanten aus div Heimen und Eggenburger Mitzöglinge

Kann mich erinnern bei uns waren die Senkgruben hinter dem Gebäude wo der Speisesaal und die Küche waren am Eck des Hintereinganges. Wir spielten immer Tempelhüpfel von einem Deckel zum anderen, seit dem Mord in Eggenburg wurde uns das strikt verboten.

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