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johann

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Freitag, 2. März 2018, 09:02

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Alte Erinnerungen


Am Wochenende besuchte ich das Bauhaus Hütteldorf. Überrascht wurde ich, als die Linzerstraße durch die Polizei gesperrt war. Die Endstadion lautet nunmehr für die Straßenbahnlinie 49 „Baumgarten“, danach mußte ich zu Fuß meinen Weg fortsetzen.
Ich ging daher zur U- Stadion „Unter Stankt Veit“ und fuhr nachher zufrieden nach Hütteldorf. Bereits der Zug war überfüllt mit Rapid Fans, die mit dröhnenden Männergesang die Fahrgäste mit anstimmten wollten.
Hunderte Zuschauer gingen mit Schals, Jacken und sonstige grüne Bekleidung in Richtung Stadion. Dabei kam mir der Wunsch, Erzieher Blazek oder Zimmerrolli zu begegnen, was jedoch bei dieser Menge nicht möglich war. Man darf doch ein wenig Träumen in solch einer Situation. Ich mied die Menschenmasse und wählte den anderen Ausgang, steig die Eisenstufen der Brücke hinauf und am anderen Ende hinunter. Bei der Schule angekommen, sah ich in den Garten, wo früher zur Frühlingszeit der weiße und violette Flieder blühte, sein Blumenduft hatte uns Kindern sowie Insekten einfach angezogen. Heute ist das Gebäude keine Schule mehr, sondern auf den Schild neben der Eingangstür steht in grüner Schrift: Schulungsräume der Grünen Energie. Auch der Spielplatz stand verlassen da, wo Erzieher Neuwirth gerne mit uns Völkerball gespielt hat. Danach ging ich weiter zum Wohnhaus wo einst Schwester Fini wohnte, das Haus stand noch unverändert da. Nur der Straßenverkehr hat sich um das Mehrfache erhöht, sodaß auch die Wohnqualität viel eingebüßt hat. Ja, so hat sich das Bild der Vergangenheit verändert, und doch die Erinnerungen sind noch die gleichen geblieben.

Liebe Grüße: Johann

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Freitag, 2. März 2018, 09:05

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Bravo Ensti


Hurra ich habe es geschafft wieder einmal ins Forum zu kommen, leider jedoch nicht in die Hütteldorfer Seite. Es ist wie ein Lotteriespiel immer wieder versuchen bis es endlich klappt.
Lieber Ernsti, es freut mich Deine Beiträge zu lesen, Michael sagt, daß es eine andere Zeit war, jedoch sie zum geschichtlichem Kinderheim Hütteldorf gehört.
Du hast viel Gemeinsamkeiten mit Alois, auch habt ihr zusammen in der Küche gearbeitet. Die Frauen haben euch beide sehr gemocht, weil ihr auch die schwersten Arbeit übernommen habt.
Ich kann mich noch erinnern, wie Alois seine Armmuskeln anspannt hatte und einige Zöglinge fest daran drückten. Alois lachte vor Freude und wußte, daß keiner ihm Herausfordern würde. Auch Du lieber Ernst hast oft trainiert und Deine Muskeln zur Schau gestellt. Jeder war von euch beiden begeistert und bewunderten die körperliche männliche Kraft. Dadurch habt ihr auch viele Anhänger und Bewunderer gewonnen, die auch eines Tages den gleiche Sport betrieben haben. Auch das Fußballspiel machte Dich sehr beliebt bei Erziehern und Kindern.
Mit vielen Jugendlichen hast Du über das Fußballspiel diskutiert, welches zum Beispiel auf der Schlagenwiese oder am Himmelhof stattfand. Du hattest einfach das Talent gehabt die Fußballer zu begeistern, was Dir sehr gut gelungen ist und wo noch etliche Kinder zurückdenken und sagen wie schön es doch manchmal war.


Liebe Grüße: Joahnn

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Freitag, 2. März 2018, 09:49

Winter Im Kinderheim-Hütteldorf

ES WAR IM JAHR 1952. DA GAB ES DIE SCHULE IM HEIM BIS 1960. UNSER EINZIGES VERGNÜGEN IM WINTER WAR DAS RODELN. MEINE KLASSE, WO FRAU LEHRERIN KALWODA UNTERRICHTETE GINGEN WIR IM WINTER UNTEN ECKE RASCHGASSE UND VINZENC-HESSGASSE RODELN. LEIDER HATTEN WIR NUR EINE RODEL UND DIE WAR ZWEISITZIG. ZUM GLÜCK BORGTE UNS HERR TETTEL DIE RODEL. HERR TETTEL WAR DAMALS HAUSARBEITER UND WAR DER VATER VON SCHW. PAULA. WIR RODELTEN CA. 1STUNDE IMMER ZU ZWEIT. DANACH GINGEN WIR WIEDER IN DIE KLASSE UND SOMIT WAREN WIR ALLE ZUFRIEDEN.

SCHÖNE WINTERGRÜSSE ERNESTRO:

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Freitag, 2. März 2018, 17:30

Nochmals zurück zur Küche

Jedesmal starrten Kindergruppen neugierig in den Kücheneingang hinein, um zu erfahren was heute zum Mittagessen serviert wird. Jeden Sonntag Vormittag klang unüberhörbar das Frühschoppen Konzert aus den Lautsprecher uns entgegen. Auch ein Geruch der zubereiteten Speisen, die am Herd oder im Backrohr dahin kochten erreichten unser Geruchssinn. Mitten unter den Gewölbe stand Stiedry mit weißen Leibchen vor dem Küchentisch und schälte zufrieden Kartoffeln oder Karotten.
In Helli`s Arbeitsbereich herrschte ein kollegiales Klima, neben der harten Küchenarbeit plauderten oder scherzten die Frauen gerne miteinander.
Sonntag gab es immer ein besonders gutes Menü auf dem Tisch, und zusätzlich eine hausgemachte Mehlspeise. Ernsti ging Hauptsächlich unter der Woche seine Tätigkeit in der Küche nach, sodaß wir ihm nicht so oft bei der Arbeit sehen konnten. Am Vormittag saßen wir in der Schule und Nachmittag
wo Ernsti Dienstfrei hatte, besuchte er beliebige Gruppen um dort Fußball zu spielen oder andere Zerstreuungen zu suchen.
Bei Schwester Emma ging er ein und aus, sie liebte Musikstücke aus seiner Pikkolo Mundharmonika, wo Freddy Quinn`s Seemannslieder oft zum Spielprogramm gehörten.
Am Abend traf man immer Frau Hermine in der Heimküche an, sie übergab das Abendessen mit Teller und Besteck an einige starken Buben. Diese schleppten die schweren Hefen, die schmalen Stufen hinauf bis zum Speisesaal.
Die Arbeiten waren nicht leicht für eine zierlich gebaute Frau wie Hermine, die großen Hefen und die vielen Teller jeden Tag zu reinigen und trotzdem war sie immer freundlich und nett zu uns Kindern.

Liebe Grüße Johann

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Samstag, 3. März 2018, 09:01

Die Schulzahnklinik

ES WAR IM JAHR 1957. WIR WURDEN NACH DER SCHULE AUFGERUFEN UND MUSSTEN IN DIE KANZLEI KOMMEN. DORT SAGTE SCHW. PAULA:" IHR FÄHRT JETZT MIT DER SCHW. MARIA IN DIE ZAHNKLINIK" WIR WAREN 4 KINDER UND FUHREN MIT DER SCHW. MARIA IN DIE SCHULZAHNKLINIK IN DEN 14. BEZIRK ZUR AMEISSTRASSE. DORT ANGEKOMMEN SETZTEN WIR UNS IN DEN WARTERAUM. EINER NACH DEM ANDEREN WURDE AUFGERUFEN UND ES BEGANN DER LEIDENSWEG. ICH WAR DER LETZTE, HATTE NATÜRLICH GROSSE ANGST. DANN WAR ES SOWEIT. ICH GING SEHR LANGSAM HINEIN UND FRAU DOKTOR SAGTE:" ES IST NUR EINE ZAHNKONTROLLE UND ZUM GLÜCK HATTE ICH KEINEN SCHLECHTEN ZAHN. LEIDER MUSSTEN DIE ANDEREN LEIDEN. DANN FUHREN WIR WIEDER INS KINDERHEIM ZURÜCK UND ICH WAR HEILFROH UND ZUFRIEDEN.

SCHÖNE GRÜSSE ERNESTRO:

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Samstag, 3. März 2018, 19:30

Rodeln

Es gibt noch alte schwarz-weiß Fotos, wo wir mit Schwester Emma Rodeln gefahren sind.
Ich hatte das ganze Geschehen vergessen, jedoch die Bilder halfen mir wieder auf die Sprünge. In Winter trug die Erzieherin gerne einen Eisbär Mantel, wir schmiegten uns gerne ans Fell, weil es so fein und warm sich anfühlte. Alle genossen beim Spiel eine gewisse Freiheit, die bei anderen Gruppen nicht zu erkennen war. Wir hatten schon mehr als eine Rodel und sind neben der Lainzer Tiergartenmauer hinaufgegangen und danach hinuntergefahren. Wenn Fredi nicht damals Fotos geschossen hätte, wären die schönen Erinnerung heute nicht mehr da.
Liebe Grüße Johann


Lieber Ernsi,
bitte lasse Dir ein wenig Zeit mit Deinen Beiträgen, wir kommen aus Atmen um gleich zu Antworten. Gönne Michael und mir ein wenig Zeit damit wir auch unsere Gedanken ordnen können. Jede Woche ein Schreiben würde uns schon genügen.

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Sonntag, 4. März 2018, 05:11

Die Lieferungen In Das Kinderheim-Hütteldorf

ALS ICH AUS DEM HEIM ENTLASSEN WURDE, BEGANN ICH DEN BERUF FLEISCHHAUER ZU ERLERNEN. ICH BESUCHTE FAST JEDES WOCHENENDE DAS KINDERHEIM. EINES TAGES FRAGTE MICH FRAU HELLI DIE KÖCHIN, ICH SOLL MEINEN CHEF FRAGEN OB ER DAS KINDERHEIM BELIEFERN WILL. GLEICH AM MONTAG DARAUF FRAGTE ICH MEINEN CHEF UND ER SAGTE SOFORT JA, NATÜRLICH. BEIM NÄCHSTEN BESUCH IM HEIM, GAB MIR FRAU HELLI EINEN ZETTEL MIT DER BESTELLUNG . ES STAND DARAUF BLUTWURST CA. 40 KG. AM DONNERSTAG WAR ES SO WEIT. ICH NAHM EINEN GROSSEN SESACK UND FÜLLTE DIE WARE HINEIN. DANN NAHM ICH DEN SESACK AUF DIE SCHULTER UND GING CA. 600METER INS KINDERHEIM. IN DER KÜCHE ANGELANGT ÜBERNAHM FRAU HELLI DIE BLUTWÜRSTE UND SAGTE:" MIT DER RECHNUNG GEHE ZUM HERRN DIR. HÄUSLER:" DORT ANGEKOMMEN GRÜSSTE ICH HÖFLICH UND ER GAB MIR SEINE HAND. ER BEZAHLTE MIR DIE WARE UND ICH BEKAM EIN SAFTIGES TRINKGELD. ER SAGTE:" BIS ZUM NÄCHSTENMAL. ICH BEDANKTE MICH UND GING WIEDER IN MEINE FIRMA ZURÜCK. SO LIEFERTE ICH JAHRELANG INS HEIM AUCH FRANKFURTER UND GULASCHFLEISCH. DANN GING MEINE FLEISCHEREI ER UND SIE IN DEN RUHESTAND. FRAU HELLI FRAGTE HERRN DIR. HÄUSLER, OB ICH BEI IHR IN DER KÜCHE ARBEITEN DARF. DIR. HÄUSLER NAHM MICH SOFORT AUF UND WAR JAHRELANG MIT MIR SEHR ZUFRIEDEN.

HERZLICHE GRÜSSE ERNESTRO:

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Sonntag, 4. März 2018, 17:27

Mobile Zahnklinik

Auch ich mußte mehrmals zum Schulzahnarzt gehen, die medizinischen Geräte waren etwas anders als zu Deiner Zeit, lieber Ernsti. Ein großer Kastenwagen stand am Parkplatz, die Stromkabeln und Schläuche waren in Nebengebäude bereits angeschlossen. Beim öffnen der hinteren Wagentür, mußte wir zwei Eisenstufen hinaufsteigen, erst dann stand man vor den Apparaten und den leeren Operationssessel. Wir nannten die Zahnärzte Fleischhacker, weil sie überhaupt kein Gefühl für uns hatten.
Eine Ärztin mit ihrer Assistentin, fand immer während der Behandlung ein aktuelles Thema um darüber zu Reden. Während der heiße Bohrer sich in den Zahn bohrte, plauderten die beiden Mediziner über den letzten Urlaub. Da half kein Jammern oder Schreien, auch mit den Füßen sich bemerkbar zu machen war umsonst, der Blick der Ärztin war den Gesprächsstoff der Kollegin zugewendet. Um zusätzliche Schmerzen zu vermeiden, mußte ich darauf achten, daß die Zunge und die inneren Backen den erhitzten Bohrer nicht zu nahe kam. Zwischendurch blickte die Frau Doktor in den Mund, ob das Loch im Zahn groß genug war. Danach kam die ungesunde Amalgam Füllung die mit voller Kraft in die offene Stelle hineingedrückt wurde. Zum Schluß entließ sie mich mit den Worten,“ zwei Stunden nichts Essen“. Danach überprüfte ich mit der Zungenspitze die Füllung und hoffte von Zahnarzt nichts mehr zu hören, oder sehen.
Für die neuen Termine der Nachkontrolle, fuhr Erzieher Neuwirth mit uns nach Nußdorf zur Zahnklinik mit der damaligen Stadtbahn.
Viele Jahre später kam ich darauf, daß der Würfelzucker eigentlich der größte Kalkräuber für die Zähne ist. Daher waren meine Zähne in schlechten Zustand und mußten behandelt werden. Heute versuche ich den Zucker soweit nach Möglichkeiten zu meiden, was jedoch nicht immer einfach ist.


Liebe Grüße: Johann

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Sonntag, 4. März 2018, 18:09

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

durften damals alleine ins Kino gehen oder Spazierengehen außerhalb von grünen Eisentor. Auch das Rauchen war nicht verboten, Die ganze Umstellung hat sich 1977 zugetragen, einfach über Nacht haben wir mehr Freiheit erleben dürfen. Auch die 20 Schilling Taschengeld haben es uns ermöglicht etwas zu kaufen ohne einen Fremden anzuschnorren. Daher kann ich mich so schwer in eure Zeit versetzten, die viel strenger war.


liebe grüße euer Klagenfurt

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Montag, 5. März 2018, 09:59

Einer meiner Besuche in das Kinderheim-Hütteldorf

ES WAR AN EINEN SONNTAG, WO ICH DAS KINDERHEIM BESUCHTE. UM 11 UHR DORT ANGELANGT, GING ICH ZUERST IN DIE KANZLEI UM HERRN DIR. HÄUSLER ZU BEGRÜSSEN. ER SCHÜTTELTE MIR DIE HAND UND SAGTE MACH DIR EINEN SCHÖNEN TAG. DANACH GING ICH IN DIE KÜCHE UND BEGRÜSSTE DAS KÜCHENPERSONAL . MEIN NÄCHSTER WEG WAR WIE IMMER ZUR SCHW. EMMA. DORT BLIEB ICH DIE MEISTE ZEIT UND BRACHTE WURSTSEMMELN UND SCHALLPLATTENMUSIK MIT. SCHW. EMMA UND IHRE KINDER FREUTEN SICH SEHR WENN ICH SIE BESUCHTE. ICH GING NATÜRLICH AUCH ANDERE GRUPPEN BESUCHEN. IM NU WAR ES ABEND GEWORDEN UND ICH MUSSTE MICH VERABSCHIEDEN. DANN GING ICH WIEDER IN DIE FLEISCHEREI ZURÜCK, DENN ICH MUSSTE ZEITIG IN DER FRÜH UM 4 UHR AUFSTEHEN. SO GING WIEDER EIN SCHÖNER BESUCHSTAG ZU ENDE.

LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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Dienstag, 6. März 2018, 14:57

Übers Rauchen

Lieber Michael, das Wort „Rauchen“ in die Tat umzusetzen war uns streng verboten, wir mußten mit harten Konsequenten rechnen. Auch hätten es andere Kinder bemerkt, und in der Runde sich herumgesprochen bis zum Erzieher. Wir besaßen auch kein regelmäßiges eigenes Taschengelb, um laufend eine neue Packung zu besorgen. Inwieweit Schwester Finni unter den Tisch Zigaretten weitergab, konnte ich nicht beobachten oder erfahren, sie war nett freundlich und großzügig, sie rauchte gerne starke Zigarettenmarken. Schwester Emma wiederum rauchte die Marke Falk, welche sehr leicht war. Ein Zögling drang eines Abend in den Gruppenraum ein und stahl ihr einige Zigaretten. Man wußte nach kurzer Zeit um wenn es sich handelte, weil er nach Zigarettenrauch stank. Schwester Emma war zwar verärgert über diese Aktion, hat jedoch die Sache nicht an die große Glocke gehängt. Sogar fürs Klo gehen oder Wassertrinken auf dem Gang, mußten wir uns persönlich beim Erzieher abmelden und nachher uns wieder zurückmelden. Warst du zu lange fort, ist gleich einer hinausgegangen um dich zu suchen. Von einen Freigang war da keine Rede und auch unvorstellbar für die verantwortlichen sogenannten Pädagogen. Ich durfte manchmal für Schwester Strohmaier im Gasthaus eine Torte holen, das war schon alles.
Wir wurden ganz einfach kurz an der Leine gehalten und durften keine eigene Meinung haben, sonst galt man als Besserwisser oder gar Gschaftlhuber. Wie gesagt Schwester Emma war hier etwas Sozialer, jedoch nur innerhalb der Gruppe, nach aussen hin mußte sie die vorgegebenen Spielregeln einhalten. Der Beginn unser eigentlichen Freiheit begann mit dem Schulaustritt und der Entlassung aus den Heim. Auch im Lehrlingsheim wurde die sogenannte Freiheit eingeschränkt. Obwohl Samstag kein Arbeitstag war, mußten wir Nachmittag im Augarten Sport betreiben und das bis etwa 15:00 Uhr, danach waren wir frei. Der einzige Sonntag galt als freier Tag für uns Lehrlinge, aber nur bis zum späten Abend.


Liebe Grüße Joann

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Dienstag, 6. März 2018, 17:12

Der Traum

ES GIBT POSITIVE UND NEGATIVE TRÄUME. TRÄUME SIND EISBLUMEN AN DEN FENSTERN DER SEELE.

LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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Donnerstag, 8. März 2018, 20:45

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Hallo Am ersten des Monats haben wir immer unser Taschengeld bekommen. Wir durften frei darüber Verfügen und mußten nicht nachfragen. Den Erzieher war es Wurscht was wir mit unseren Geld gemacht haben. Bei etlichen war das Geld am gleich Tag weg und die sind nachher zum Stiedry schnorren gegangen. Stiedry hat manchen zehn oder zwanzig Schilling gegeben und nicht mehr zurück verlangt. Ich habe mir meistens Süßigkeiten am Bahnhof Hütteldorf gekauft oder beim Zuckerlstand. Das ganze ist halt schon lange her um es genauer zu Beschreiben.


euer Klagenfurt

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474

Freitag, 9. März 2018, 09:19

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Liebe Grüße Johann
 Da ich leider nicht ins Forum komm, hat Michael mein Schreiben übernommen.

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Samstag, 10. März 2018, 09:06

Lob Spenden

MIT LOB LÄSST SICH VIEL ERREICHEN, DENN ES LÄSST DEN UNMUT WEICHEN,
WENN EINER ETWAS NICHT GERN TUT, DANN WIRKT ES BESONDERS GUT!
LOB SPORNT AN UND WECKT DIE KRAFT, DASS SICH VIELES LEICHTER SCHAFFT.
SELBSTVERTRAUEN WIRD GEWECKT UND ER ZEIGT WAS IN IHM STECKT,
SPORNT IHN SO ZUR LEISTUNG AN UND ER MERKT EHER WAS ER KANN!


NETTE GRÜSSE ERNESTRO:

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Montag, 12. März 2018, 18:19

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Unser Ernsti hat eine regelrechte Hymne über das Wort „ Lob „ geschrieben. Sogar hast Du die Vorteile des richtigen Lobens hervorgehoben, um die Sportleistungen zu steigern.
 Als Fußballtrainer hast Du die Erfahrung gemacht, daß durch richtiges Loben die Mannschaft besser zusammenhält und somit der Gewinn  garantiert ist. 
Ich nehme an, auch in Hütteldorf wird Du mit den gleichen Verhaltensmuster das Spiel vorangetrieben haben, darum sind die Spieler nachher oft bei Dir gestanden um über das gelungene Spiel zu  diskutieren. 
Sonst wurde  im Heim mit dem Lob sparsam umgegangen, man wollte jeden gleich behandeln ohne jemanden zu bevorzugen. Einerseits war es gut, doch auf der anderen Seite fehlte die Motivation irgend etwas anzufangen oder ein Ziel zu verfolgen.
Blazek liebte den Sport, sein ganzes Gesprächs Thema drehte sich Hauptsächlich um den Fußball. Manchmal gingen die Emotion soweit, daß im Gruppenraum bei verschlossener Tür jedes Wort über das Fußballspiel  sogar am Gang zu vernehmen war. 
Sonst wurden wir kaum oder selten gelobt, es wäre auch bei den anderen Kindern nicht immer gut angekommen. Der Neid um die Gunst des Erziehers, machten die anderen Kinder eher misstrauisch. 

Meint Johann

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Donnerstag, 15. März 2018, 15:14

Fische

ES GAB IM KINDERHEIM FAST JEDEN FREITAG FISCHE. MIR SCHMECKTEN SIE IMMER SEHR GUT. ICH WURDE EINMAL GEFRAGT OB FISCHE SCHLAFEN KÖNNEN? " ICH SAGTE JA, WEIL WOZU GIBT ES DENN EIN FLUSSBETT.

SCHÖNE GRÜSSE ERNESTRO:

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Montag, 19. März 2018, 08:41

Wäschetausch im Kinderheim-Hütteldorf

EINMAL IN DER WOCHE, WURDE DIE UNTERWÄSCHE GETAUSCHT. MAN MUSSTE SICH IM NEBENGEBÄUDE IM 2. STOCK AUF DEN STIEGEN EINER NACH DEN ANDEREN NACKT IN EINER REIHE AUFSTELLEN. WEHE ES WAR EINE UNTERHOSE BESCHMUTZT, BEKAM MAN SIE INS GESICHT GESCHLEUDERT UND SCHW. PAULA SAGTE:"DU BEKOMMST DANN DAS ROHRSTABERL. NATÜHRLICH BEKAMEN EINIGE ES ZU SPÜHREN. WIR HATTEN OFT ANGST BEIM WÄSCHETAUSCH UND ES WAR DAMALS EINE SEHR STRENGE ZEIT. AUCH IM WINTER MUSSTEN WIR NACKT WÄSCHETAUSCH HINNÄHMEN.

LIEBE GRÜSSE ERNESTRO:

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Montag, 19. März 2018, 19:27

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Auch wir lieber Ernsti, mußten im Nebengebäude die Stufen hinaufsteigen bis zum Dachboden um dort die Schmutzwäsche zu tauschen. In der Halle oder bei der Stiege traf ich immer meinen Bruder, sonst gab es fast keine Gelegenheit uns zu sehen. Die eine Gruppe ging hinauf und die andere mit der frischen Wäsche hinunter. Im Sommer waren wir bei der Übergabe der Wäsche nur mit der Lederhose und im Winter mit der langen Hose und einen kratzenden Wollpullover bekleidet. Hemden, Unterhosen und Strümpfe wurden abgegeben und umgetauscht, die langen Hosen, Pullover oder kurzen Lederhosen wurden eingezogen wenn sie schmutzig oder beschädigt waren. Um sich die Jeanshose zu behalten, haben sich einige beim Duschen die Hose gewaschen und nachher über den Heizkörper zum Trocknen und anschließend unter die Matratze gelegt.
Unlogisch war die Vorgangsweise für die Abgabe von Schmutzwäsche, weil die Waschmaschinen befanden sich im Erdgeschoß im Hauptgebäude neben der Küche. Die Frauen mußten daher die ganze Wäsche von über hundert Kindern hinunter zum Waschen danach hinauf zum Bügeln und zum Ablegen gebracht werden.

liebe grüße euer Johann

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Dienstag, 20. März 2018, 10:23

Kinderheim Hütteldorf 1950-1986 August Aichhorn Haus

Gingen wir jedoch hinaus auf die Straße um ins Kino zu gehen, mußten wir uns bei der Bezugsperson persönlich abmelden. Diese Person machte einen Vermerk auf ein Stück Papier, wann wir fortging und wieder zurückkamen. Nur am Donnerstag mußten alle Kinder bei der Besprechung anwesend sein. Hier konnte man seine Wünsche vorbringen, etwa den Wunsch äusseren in ein anderes Schlafzimmer verlegt zu werden. Direktor Häusler haben wir selten zu Gesicht bekommen, meistens war die Strohmeier in seiner nähe. Mit ihren eigenen Auto fuhr sie oft miteinander fort und waren dann lange nicht zu sehen. Strohmeier machte nur Nachtdienste sie war ganz nett zu uns, wenn wir ein Anliegen hatten, besprach sie es mit Direktor Häusler. Am nächsten Tag verkündet Neuwirth, daß wir ab heute auch alleine in Prater gehen durften. Neuwirth war der Stellvertreter von Direktor Häusler und sagte uns was heute auf den Plan stand. Die Heimmutter Hilde versorgte uns mit Schreibmaterial und gab uns jeden Monatsanfang das Taschengeld von etwa zwanzig Schilling.


euer Klagenfurt (Michi) 

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