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hesto

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Freitag, 26. September 2014, 01:12

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Hallo mein Name ist Helmuth St., besser bekannt als Dumbo oder auch wie mich ein Lehrer nannte "Afrikanischer Ohrwaschelkaktus" aber ich war schon viel früher, nämlich von Juni 1953 bis Juli 1958 im Heim Hütteldorf. Zum Glück habe ich die meisten Erinnerungen verdrängt. Aber die örtlichen Beschreibungen sind so genau, dass mein Gedächtnis aufgefrischt wurde. Schon zu meiner Zeit war unsere Behandlung sehr ähnlich. Allerdings war die Schule noch im Heim, immer 2 Klassen zusammen. Doch alle Erziehungsmaßnahmen waren genauso wie 10 Jahre später. Mehr kann ich jetzt nicht berichten, muss noch Nachdenken und es ist schon 2 Uhr morgens. Also bis bald Helmuth.

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Dienstag, 30. September 2014, 10:01

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

hallo hesto

als du in Hütteldorf warst war ich noch nicht mal auf der Welt! erzähl mal wie es zu deiner Zeit im Heim war
Lg RDJL

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hesto

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Mittwoch, 1. Oktober 2014, 23:23

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Hallo RDJL und alle Andere Leser!
Der Bereich Betreuung, Erziehung und Bestrafung war sehr ähnlich. Es hat sich wie ich gelesen habe nichts geändert. Das hat mich am meisten gewundert.
Unsere Bekleidung bestand Sommer und Winter aus kurzärmeligen Flanellhemd, Pullover, kurzer Lederhose, Stutzen und immer hohe Schuhe. Im Winter gab es, aber nur außerhalb des Heimes eine Trainingshose. Das Essen möchte ich erst gar nicht beschreiben nur soviel ich habe sehr viele Nachmittag im Speisesaal verbracht weil ich trotz Züchtigung so stur und nicht gegessen habe. Am Abend bekam ich natürlich auch kein Essen.
Weitere Strafen waren kollektives und generelles Sprechverbot, stundenlanges stehen im Gang mit dem Gesicht zur Wand, Prügel mit nassen Handtücher im Waschraum. Immer wieder sind dir Bestrafungen, gezwungener Massen auch von uns verlangt worden. Eine Bestrafung für alle in der Gruppe für den Fehler eines Kindes war an der Tagesordnung. Schwester Paula ist mir noch sehr negativ in Erinnerung. Die Schläge der Hand mit dem Rohrstaberl waren sehr schmerzhaft. Ein Erzieher kam aus Kaiser Ebersdorf zu uns. Der führte seine Gruppe wie die Mafia. Er war der Pate und eine paar stärkere oder größere Kinder wurden zu seinen Gehilfen. Er brachte auch das Glückspiel ins Heim. Eine Roulette-Schüssel, dazu wurde ein großer Tisch bemalt als Roulett-Tisch benutzt. Natürlich durften nur ausgesuchte Kinder mitspielen.

Hinter dem Gebäude (vom Eingang gesehen rechts) war ein Schwimmbecken angeblich für uns Kinder. In der ganzen Zeit habe ich es einmal mit Wasser gesehen aber auch da durften wir nicht hinein. Es gab auch im selben Gebäude ein sehr große Eisenbahnanlage. Diese habe ich aber nur ein einziges mal gesehen, eine Vorführung gab es nicht, von damit spielen war sowieso keine Rede.

Ich bin auch mehrmals abgehauen, meistens zu zweit. Beim Loch im Garten nahe der Tiergartenmauer war das ganz einfach. Meine erste ausrede war mich hat die Wanderlust gepackt. Mein letzter Ausbruch war besonders
lustig. Damals spielte es den Film mit Toni Sailer der schwarze Blitz und den wollten natürlich alle sehen. Also sind Walter K., Herbert A. und ich abgehauen und haben bei der Stadtbahnstation Hütteldorf solange gebettelt bis wir das Geld hatten um ins Kino zu gehen. Danach sind wir sehr glücklich wieder ins Heim gewandert. Die Bestrafung war uns diesmal ganz wurscht.

In der Zeit der 3. und 4. Hauptschule hatten wir einen Erzieher der in meinen Augen eine Ausnahme war. Es gab keine Schläge. Er brachte uns angeblich selbst bezahlte Bausätze für Segelflieger und Modellboote und wir hatten endlich eine vernünftige Beschäftigung. Die Segelflieger konnten wir dann mit Ihm am Himmelhof fliegen lassen. Wir hatten in dieser Zeit immer wieder eine Vertretung durch eine Tante die immer eine Block oder Heft in der Hand hatte in dem sie unsere Verfehlungen mit den Worten "so Gang" eingetragen hat. Wir durften uns auch selbst verwalten, da waren wir immer am bravsten.

Eine lustige Episode möchte ich auch noch erzählen. Wir waren immer wieder bei den Heimspielen von Rapid auf dser Pfarrwiese. Doch das wurde vom Direktor (ich glaube der hieß Häusler) verboten. Also ging unser netter Erzieher mit uns angeblich auf die Kegelwiese oder ins Staubecken. Das ging eine lange Zeit gut. Doch es kam die Zeit des Fernsehens und wir waren bei der ersten Life-Übertragung trotz Verbot am Rapid-Platz.
Promt sah uns der Direktor im Fernsehen. Der anschließende Wirbel war enorm allerdings am meisten für unseren Erzieher.

Leider habe ich mir keine Nahmen gemerkt.

Das war es für Heute

Hesto

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Samstag, 4. Oktober 2014, 17:38

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

@ hesto

Ich sags ja, es gab vereinzelt auch schöne Momente!
Man sollte sie nicht unter den Tisch kehren!

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RDJL

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Montag, 13. Oktober 2014, 09:37

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

@Hesto

Also die Bekleidung war so was von schrecklich, das war echt der pure Wahnsinn! Diese selbst-gestrickten Wollpullover, voll kratzig und unansehnlich! von den Unterhosen will ich gar nicht sprechen! Das war Kleidung der 50er 60er Jahre und diese hatten wir bis weit in die 80er tragen müssen, da wir immer zu Fuß zu Schule mussten "Auswärts" in zweier Reihe (die Schule war ca. 15 bis 20 Minuten vom Heim entfernt) war diese Kleidung mehr als peinlich!

was das Essen betraf, so habe ich da komischerweise fast nur gute Erinnerungen aus meiner Heimzeit, Fr. Helli (war ja die Küchenchefin) hat mit Ihrem Team vorzüglich gekocht und ich war quasi einer Ihrer Lieblinge (ja auch das gab es) Ich war oft unter Tage in der Küche und da hat sie mir öfters eine Sonderration Leckeres zum Essen gemacht!

Ja ja der Speisesaal, habe viele gute als auch schlechte Erinnerungen an diesen.

Was die Bestrafungen betraf, ja da habe ich so ziemlich alles durch :D Schläge, strafe stehen, knien, Zapfen, Seitenweise abschreiben --> meist hat man gleich mal 100 Seiten als strafe zum abschreiben bekommen und wenn man aufgemuckt hatte, waren es gleich mal 200 oder mehr!

Zitat

Ein Erzieher kam aus Kaiser Ebersdorf
meinst du damit den Franz Neuwirth?! denke ja!


Das Schwimmbecken kenne ich auch, da ich einer der Kinder war das faktisch nie Ausgang hatte, habe ich mich auch gewundert warum das Schwimmbecken nie benutzt wurde! Bis auf einmal!

Der Hausmeister (war ein spitzen Kerl) hatte es ein wenig renoviert und dann mit Wasser gefüllt und da durften wir einmal am Wochenende rein!

An Segelflieger kann ich mich auch gut erinnern, der Lehrer Heger und noch ein zweiter Lehrer (irgend was mit B) hatte sehr viel mit uns Jungs gemacht: Fotokurse, Segelflieger basteln, Schwammerl suchen, Wandern usw.
Ohne diese zwei Lehrer wäre die Heimzeit sicher fast nur fürchterlich gewesen!

Es gab aber auch einen Erzieher der sehr viel gutes mit uns gemacht hatte: Fußball spielen, Wandern, Sport "Herr Blatzek" er war im Grunde ein Spitzen Kerl, fast wie ein Freund, dennoch hatte er auch seine dunkle Seite! Er war sehr gewalttätig! An seine Schläge kann ich mich bis heute noch gut erinnern, oft schrecke ich nachts im Schlaf auf und erinnere mich an diese Schläge! oder das "zur Wand decke drüber" ist mir bis heute in Erinnerung! SCHRECKLICH
Lg RDJL

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Montag, 13. Oktober 2014, 10:54

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Re:RDJL
so wie du deine heimzeit beschreibst, erkenne ich viele begebenheiten auch vom W-Berg.
die kratzingen od. juckigen pullover u. untergatte grrrrrrrrr grausig.
das strafen schreigen hat meiner klauen schrift nicht geholfen, gggggggg



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Montag, 13. Oktober 2014, 11:17

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

@Hesto:
Während Deiner Hütteldorf-Zeit war auch ich noch nicht mal auf der Welt,
aber es war später zu RDJL´s und "meiner" Zeit nahezu gleich,
mit der Ausnahme, dass ich eine Schwester Paula nur von Erzählungen kenne.

Die kurzen Lederhosen hatten auch wir noch während der Sommerferien.

Beim "Paten" dachte auch ich gleich an den Neuwirth,
nur weiss ich nicht, von "wo" der ursprünglich hergekommen war,
er ging ca. 1983 in Pension...!

sowie @RDJL: :)
Du hast unsere bunt karierten Hemden "vergessen", welche aussahen,
wie ein Stück von einem Geschirrfetzen herausgeschnitten und neu zusammengenäht,
aber unsere weissen, meist viel zu grossen Unterhosen(ála Boxer-Shorts) waren schon "Schmuck" :D

Und im Winter erst, die Bergsteigerschuhe, die dunkelgrauen Mäntel,
die Wollhauben sowie die selbstgestrickten Wollfäustlinge;
Ein Mode-Traum wurde für uns Kinder wahr... ;)

Der Hausmeister hiess "Herr Peter" und der war wirklich supi;
Der hat mich in meinem letzten Heimjahr sogar beim Tschicken erwischt,
aber niemandem was gesagt, auch dem Blazek nicht;
Und die zwei waren ja wirklich gute Kumpels.

Das kleine Schwimmbecken mit ca 40cm Tiefe wurde während meiner vielen Jahre nie benutzt;
Es war immer dreckig, und es lagen Äste und irgendwelche Holzbretter drinnen.

Der zweite Segelflieger-Lehrer müsste der Bouska gewesen sein...!

LG,CB

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Montag, 13. Oktober 2014, 11:48

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

ja die Mode im KiHü war echt der letzte Schrei, jedes Kind in Freiheit hätte alles gegeben diese tragen zu dürfen :D
ps: da fallen mir noch die Schnürlsamthosen ein ^^

Der zweite Lehrer hatte einen Vollbart und war echt auch super Spitze! Ich war viele Jahre beim Lehrer Hans Heger, dieser hatte eben mit besagtem Lehrer Bouska, sehr viel gemeinsam mit uns und für uns gemacht!

Das ich heute so bin wie ich bin, dass verdanke ich zum Großteil dem Lehrer Heger, er war zwar Streng aber gerecht und war echt mein Vorbild! Er hat uns in der Schule oft vom Leben draußen erzählt! Er war auch sehr beliebt, denn immer wieder über all die Jahre wo ich in seiner Klasse war, kamen ehemalige Schüler zu Ihm auf Besuch!
Lg RDJL

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Montag, 13. Oktober 2014, 15:42

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

RDJL @ Es verhält sich tatsächlich so wie ein Bauer auf seinem Acker!

Das was man säet das erntet man.

Wenn ein Erzieher, wie eben erwähnt, super Spitze, sehr viel gemeinsam mit den Kindern unternommen hat und ein Vorbild und sehr beliebt war, dann kommen immer wieder ehemalige Schüler zu ihm auf Besuch.

Ein besseres Zeichen der Anerkennung kann es für einen Erzieher oder eine Erzieherin kaum geben.

Allerdings handelt es sich bei solchen Personen eher um eine seltene Spezies.

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Montag, 13. Oktober 2014, 21:50

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Wenn ein Erzieher... beliebt war, dann kommen ... Schüler ... auf Besuch

Also bei meinem Heimaustritt 1987 hatte mir meine damalige Erzieherin Inge "prophezeit",
dass ich im Rinnsal enden werde und sie mir dann nicht einmal einen Schilling zuwerfen wird;

Vier Jahre später fuhr ich nach KH-Hü, ging sie extra besuchen
und hielt ihr meine Berufsschulzeugnisse sowie meinen Gesellenbrief unter ihre Nase;
Ihr Kommentar: "Ja da schau her, der hat ja doch was bei mir gelernt"

Hab selten so gelacht... :D

LG,CB

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Montag, 13. Oktober 2014, 22:53

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Na bitte es gab ja doch eine Erzieherin die ein (ehemaliges) Heimkind zum Lachen bringt. Es ist daher noch nicht alles verloren.
Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

lg. hesto

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Montag, 13. Oktober 2014, 23:05

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

An Alle

Ich möchte mich hier einmal länger Bedanken. Ihr habt mir mein Gedächtnis ein bisschen aufgeweckt. Ein paar Geschichten werden schon noch folgen. Was mir ein wenig fehlt wie ging es bei euch weiter. Meine Geschichte kommt demnächst hier.

Bis bald hesto

RDJL

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Dienstag, 14. Oktober 2014, 09:19

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

kurz umrissen:

Der Heimaustritt 1984 war für mich damals, das schönste Ereignis meines jungen Lebens. Ich hatte eine Lehre und durfte endlich zuhause Wohnen! Die folgenden drei Jahre zuhause, während meiner Lehrzeit waren dann echt die Hölle! Meine Mutter und mein Stiefvater hatten (haben sie noch immer) ein echtes Alkoholproblem. In der Firma selbst lief es sehr gut, ich hatte viel gelernt und bin voll in meinen Aufgaben aufgegangen.

Die ersten 7 Jahre in Freiheit war ich ein Einzelgänger, hatte mit 15 schon meinen ersten Computer, habe nebenbei sehr viel Privat dazuverdient, bin Fischen gegangen und habe wirklich jede freie Minute in vollen Zügen genossen.

Dann habe ich meine heutige Frau kennen und lieben gelernt, habe zwei Kinder mit ihr. Beruflich war ich sehr erfolgreich, war Vorarbeiter und habe dann meinen Werkmeister gemacht.

nach 19 Jahren im selben Beruf, habe ich dann einen Berufswechsel angestrebt und auch erfolgreich umgesetzt. Habe daher mit 34 die Schulbank gedrückt und dann meinen Abschluss als IT Techniker, quasi mein Hobby zum Beruf gemacht.

Nun bin ich seit 11 Jahren in meinem neuen Beruf und warte bis ich in Pension gehen kann :D

Beide Kinder sind schon raus und wir haben uns noch einen Garten mitten in der Natur zugelegt.
Lg RDJL

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Dienstag, 14. Oktober 2014, 12:06

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Was mir ein wenig fehlt wie ging es bei euch weiter.


Du, dazu wirst Du eventudell hier "fündig": Wie ist euer Leben nach dem Heim weitergegangen?
Zwar ist es da schon längere Zeit "still",
aaber vielleicht machst ja Du mit Deiner Geschichte einen "Hochschubs"... ;)

LG,CB :)

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Sonntag, 19. Oktober 2014, 13:28

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Hallo!
Ich möchte mich nach längerer Abstinenz auch wieder zu Wort melden. Bedanke mich für eure Beiträge, die auch in mir viele Erinnerungen erweckt haben.
Wie einige wissen war auch ich 8 Jahre (1968-76) in diesem vorwiegend von Folter und Trill geprägtem Heim. Auch sind mir div. Namen von Erzieher/innen sehr geläufig. Wenn ich so Namen wie Neuwirth,Usati,Strohmeier,Heger, Stanislav uvm. lese, dreht es mir förmlich den Magen um und ich bekomme echt den totalen Frust. Heute kann ich ja, dank meiner Therapie gut mit dieser Vergangenheit umgehen.Die anschliesende Unterbringung im LH-Augarten war für mich auch nicht sehr einfach. Aber auch ich habe den sehr steinigen Weg auf meine Art und Weise bewältigt.
Egal aus welchem Heim und zu welcher Zeit, ich finde es wirklich sehr bewundernswert von Euch, wie ihr nach dieser Zeit mit eurem Leben, den damaligen Zukunftsperspektiven umgegegangen seid und es echt geschafft habt darüber hinweg zu kommen. Aber mein grösstes Mitgefühl gilt denjenigen die physisch und psychisch so geschwächt waren und wurden, dass deren Schicksal ein teils dramatisches Ausmaß zur Folge hatte. Ich habe da einiges miterleben müssen...

Gruss
arnolddarfalles

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »arnolddarfalles« (19. Oktober 2014, 16:13)


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Sonntag, 19. Oktober 2014, 13:47

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Der zweite Segelflieger-Lehrer müsste der Bouska gewesen sein...!
Hallo RDJL!
Zu meiner Zeit hatte der Bouska montags nachmittag immer Fotokurse gemacht. Der Heger Balsaholzflieger und der Prakisch Stenographie.
Lustig beim Heger war ja, das keiner Geld für dieses Bastelzeugs hatte (woher auch) und eben niemand teilnehmen konnte. Eben nur diejenigen deren Verwandte od. Eltern dafür aufkamen. Wofür der Heger auch sehr schwärmte, waren Pilze und die Natur.
Aber Watschen und an den Haaren reißen standen,bei dem schon an der Tagesordnung...

Gruß
arnolddarfalles

Übrigens:
wenn man bousska googelt, findet man einiges zu dieser Person(Museum Meidling usw.)

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Sonntag, 19. Oktober 2014, 14:31

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

wenn man bousska googelt...Museum Meidling

...die heisst aber Prof. Dr. Vladimira BOUSSKA und ist weiblich... :frage

LG,CB

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Sonntag, 19. Oktober 2014, 16:11

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

..die heisst aber Prof. Dr. Vladimira BOUSSKA und ist weiblich... :frage
sorry! er heisst Werner Bousska und ist der Mann von Vladimira. google nochmals und geh auf Bilder. du wirst ihn sicher sofort erkennen, auch wenn er schon in die Jahre gekommen ist.

Gruss
arnolddarfalles

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Samstag, 3. Januar 2015, 17:30

Hallo

Hallo ich bin Johann.

Durch Zufall habe ich diese Seite gefunden und freue mich das alte Erinnerungen wieder wach werden. Die Idee finde ich wunderbar wieder Kontakt zu finden, weil auch ich war von 1965 bis 1974 im Hütteldorf bei Schwester Strohmaier und Emmi. Anschließend kam ich ins Lehrlingsheim Augarten wo ich den Beruf Maler und Anstreicher erlernte. Beim Vergleich mit anderen Heimen glaube ich können wir soweit zufrieden sein. Auch ich bin von Erzieher Neuwirt verprügelt worden, wohin hätte ich mich Beschwerden können? Es gab überhaupt keine Anlaufstelle, meine Mutter hätte mir überhaupt nicht geholfen im Gegenteil. Mein Glück war damals, dass ich den Speisesaal aufräumen durfte, dadurch habe ich mir Abends die Strafen (Stiegen steigen und gebückt mit ausgestreckten Arme zum Fußboden schauen) erspart. Was ich vielmehr kritisiere ist, dass wir wenig Bildung mitbekommen haben. Die ersten Jahre in Freiheit waren schwer mich zu behaupten, weil die Anderen an Wissen mir überlegen waren. Erst durch intensive Kurse (Rhetorik) habe ich meine Persönlichkeit verbessern können. Ich kenne jemanden der ebenfalls in Hütteldorf war und heute Alkoholiker ist und jedes mal zittern muss, dass seine Frühpension regelmäßig ausbezahlt wird.

Nochmals möchte ich mich für diese Internetseite bedanken, ich werde mich auf jedenfalls wieder Melden. Liebe Grüße Euch allen : Johann

Mein Vorschlag: Bevor Ihr vorhabt einen Film zu machen, wäre es besser ein Buch zu schreiben und dann zu beobachten ob in der Öffentlichkeit Interesse besteht.

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Montag, 5. Januar 2015, 18:00

Re: Kinderheim Hütteldorf 1950 - 1986 (August Aichhorn Haus)

Jedes Fenster, welches ich öffnen möchte ist versperrt. Hätte gerne mehr Einblick in den System hier. Arnold, es gibt nur einen der zwei Brüder hatte und ebenfalls in Augarten war. Würde mich freuen wieder etwas von Dir zu hören. Vielleicht könnten wir beide mehr über Hütteldorf schreiben um andere besser zu Informieren wie es bei uns war. Bin mit Stiederi und Rack in Kontakt, wenn es Euch recht ist werde ich über die beiden Zöglinge berichten.
Danke noch für die Grüße der Benutzer,Johann

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